Real-Supermarkt Logo und Eingangsbereich.
Ein Logo hängt über dem Eingang eines Real Marktes in Köln. Foto: Oliver Berg/dpa/Symbolbild

Mönchengladbach (dpa) – Die letzten 49 verbliebenen Märkte von Mein Real haben am Wochenende dicht gemacht, die Geschäftsführung der insolventen Warenhauskette rechnet vielerorts jedoch mit dem Einzug anderer Supermärkte. «Wir gehen davon aus, dass 90 Prozent der von den Schließungen betroffenen Real-Märkte nach einem Umbau künftig wieder von einer der drei großen Handelsgruppen Rewe, Kaufland oder Edeka betrieben werden», teilte das Unternehmen am Montag in Mönchengladbach mit. Die Lebensmitteleinzelhändler müssten dann als neue Mieter in die aufgegebenen Real-Filialen einziehen.

Die Rewe Group bestätigte ein Interesse. Es sei durchaus denkbar, weitere Märkte aus den verbliebenen Standorten zu prüfen, «wenn die Rahmenbedingungen passen sollten», sagte ein Sprecher. Bei Rewe gibt es nach eigenen Angaben eine Jobbörse, um ehemalige Real-Mitarbeiter bei der Stellensuche zu berücksichtigen. Offene Stellen gebe es reichlich.

Kaufland äußerte sich am Montag zurückhaltender. «Kaufland bleibt weiterhin expansiv. Wir bitten Sie jedoch um Verständnis, dass wir Stand heute noch keine Aussagen zu möglichen Planungen an zukünftigen Standorten machen», hieß es. Kaufland hat in den vergangenen Jahren nach eigenen Angaben bereits mehr als 100 ehemalige Real-Märkte mit mehr als 10.000 Beschäftigten übernommen. Edeka wollte sich aus Wettbewerbsgründen nicht äußern.

Die SB-Warenhauskette Mein Real hatte Ende September 2023 einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Von den insgesamt 63 Märkten wurden 14 Märkte in der Zwischenzeit von anderen Handelsunternehmen übernommen, elf von Rewe und drei von Kaufland. Von den Schließungen der letzten 49 Märkte am vergangenen Wochenende sind laut der Real GmbH 2500 Menschen betroffen.

«Der Verlust des Arbeitsplatzes nach so vielen Jahren ist für die Beschäftigten absolut niederschmetternd», sagte die Bundesfachgruppenleiterin Einzelhandel beim Verdi-Bundesvorstand, Corinna Groß. Spätestens mit dem Verkauf durch die Metro habe der Niedergang des Unternehmens begonnen.

Der Finanzinvestor SCP hatte die Real-Kette mit ihren damals 276 Märkten im Jahr 2020 vom Handelskonzern Metro erworben, um sie zu zerschlagen und weiterzuverkaufen. Kaufland, Edeka, Globus und Rewe sicherten sich eine große Zahl der attraktivsten Filialen. Das Unternehmen mit den verbliebenen Standorten ging im Sommer 2022 an das Family Office der Unternehmerfamilie Tischendorf, bevor es im Mai 2023 von SCP zurückerworben wurde.