Ein Polizeihubschrauber fliegt über dem Dom von Aachen. Foto: Federico Gambarini/dpa-Pool/dpa

Aachen (dpa/lnw) – Die Polizei geht bei der diesjährigen Karlspreis-Verleihung an Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt von einer vergleichsweise entspannten Sicherheitslage aus. Es werde im Umfeld des Aachener Rathauses stellenweise Einlass- und Taschenkontrollen geben, kündigten Vertreter von Polizei und Stadt am Montag an. Mehrere Hundert Polizisten seien im Einsatz. Der nicht dotierte Internationale Karlspreis für Verdienste um Europa wird traditionell am Himmelfahrtstag vor mehreren Hundert Gästen im Rathaus von Aachen übergeben.

Bislang seien zwei Demonstrationen angemeldet worden, sagte Polizeidirektor Rüdiger Fink. 200 Teilnehmer würden vom Veranstalter zu einer Demonstration zum Thema «Auch die Stimme Palästinas muss gehört werden» erwartet. Zu einer weiteren Versammlung «Gute Nachbarschaft mit Russland» würden 75 Teilnehmer erwartet. Doch es könnten noch weitere Demonstrationen dazukommen.

Mit dem Karlspreis wird Goldschmidts Engagement für Frieden, die europäischen Werte sowie den interreligiösen Dialog gewürdigt. Der 60 Jahre alte jüdische Geistliche ist seit langem auch Präsident der Konferenz der europäischen Rabbiner. Mit ihm werden auch die jüdischen Gemeinschaften in Europa ausgezeichnet.

Der Vorsitzende des Karlspreisdirektoriums, Jürgen Linden, betonte, der Karlspreis nehme keine Position ein zum Nahostkonflikt, unterstütze aber die Meinung des designierten Preisträgers Goldschmidt, der langfristigen Waffenstillstand, dauerhaften Frieden und das Selbstbestimmungsrecht der Völker fordere.

Mit der Auszeichnung sind seit 1950 viele Politiker in hohen Ämtern – von Winston Churchill bis Angela Merkel und Emmanuel Macron – ausgezeichnet worden. Im vorigen Jahr erhielt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Preis, begleitet durch ein extrem hohes Polizeiaufgebot.