Neue Möbel werden abgewischt. Foto: Guido Kirchner/dpa/Archivbild

Herford (dpa/lnw) – Die Möbelindustrie in Ostwestfalen-Lippe ist von der Kaufzurückhaltung vieler Verbraucher besonders betroffen. Die Umsätze bei Betrieben im Nordosten Nordrhein-Westfalens sind 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 9,4 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro gesunken, wie die Verbände der Holz- und Möbelindustrie Nordrhein-Westfalen am Montag mitteilten. In der Küchenmöbelindustrie gingen die Erlöse in der Region demnach um 5,9 Prozent zurück auf 3,9 Milliarden Euro. Das Minus fiel damit deutlich höher aus als bei Herstellern in ganz NRW oder bundesweit. Der Umsatz in Deutschland ging zuletzt laut Verband insgesamt um 5 Prozent zurück, bei Küchenmöbeln lediglich um 1,6 Prozent.

Ostwestfalen-Lippe ist mit mehr als 150 Betrieben ein wichtiger Produktionsstandort der Branche. Knapp 30 Prozent des bundesweiten Umsatzes mit Möbeln entfallen auf die Region, bei Küchenmöbeln sind es sogar fast zwei Drittel. Insgesamt waren in Ostwestfalen-Lippe 2023 gut 20.400 Menschen in der Möbelindustrie tätig, knapp 4 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahlen beziehen sich auf Betriebe mit mindestens 20 Beschäftigten.

Grund für die schwierige Situation der Branche ist laut Verbandsgeschäftsführer Jan Kurth vor allem die nach wie vor verhaltene Auftragslage. Sorge bereite unter anderem der stockende Wohnungsneubau. Anlass zu vorsichtigem Optimismus sieht Kurth jedoch in der Erholung des Konsumklimas, die zuletzt von Marktforschern der GfK beobachtet worden ist.