Gebündelte Akten auf Tisch.
Akten liegen vor einem Prozess auf einem Tisch. Foto: Swen Pförtner/dpa/Symbolbild

Jüchen (dpa/lnw) – Eine sechsköpfige Tätergruppe soll im niederrheinischen Jüchen zwei Männer in eine Falle gelockt, stundenlang gefangen gehalten und misshandelt haben. Die sechs Männer hätten einen 64-jährigen Bauarbeiter mit der Aussicht auf einen Auftrag in ein Haus gelockt, das angeblich renoviert werden sollte, berichtete ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Mönchengladbach am Mittwoch.

Ungeplant von den Tätern habe ein 44-jähriger Bekannter aus Köln den 64-Jährigen aus Bergheim begleitet. In dem Haus seien beide Opfer bewusstlos geschlagen, gefesselt und in den Keller gesperrt worden. Während der Jüngere nach fünf Stunden in einem Waldstück ausgesetzt worden sei und am nächstgelegenen Betriebsgelände die Polizei alarmierte, musste der Ältere 28 Stunden in der Gewalt seiner Peiniger bleiben.

Die Männer hätten Geld von ihm gefordert, ihn ausgeraubt und schließlich ohne Geld, Geldkarten und Telefon ebenfalls in einem Wald ausgesetzt. Die Ermittler werteten die Tat, die sich bereits im vergangenen Oktober ereignet habe, als erpresserischen Menschenraub.

Ende November kam es schließlich zu Festnahmen in mehreren Städten – in Königswinter, Köln, Bergheim und Asbach (Rheinland-Pfalz). Alle sechs Verdächtigen seien dabei festgenommen worden und säßen in Untersuchungshaft. Um die weiteren Ermittlungen nicht zu gefährden, habe man das Verbrechen erst am Mittwoch öffentlich gemacht.