Fassade eines deutschen Land- und Amtsgerichtsgebäudes.
Blick auf den Eingang zum Landgericht. Foto: Friso Gentsch/dpa

Paderborn (dpa/lnw) – Zwei Männer, die bei einem Wohnungseinbruch in Paderborn mit großer Brutalität gegen den Bewohner vorgegangen sind, hat das Landgericht am Donnerstag zu Haftstrafen verurteilt. Unter anderem wegen erpresserischen Menschenraubs und gefährlicher Körperverletzung verhängte das Gericht gegen einen 21-Jährigen eine Freiheitsstrafe von 5 Jahren und zehn Monaten, sein 37-jähriger Komplize wurde zu einer sechseinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt. Außerdem müssen sie eine Drogentherapie antreten. Die beiden wegen Drogen- und Eigentumsdelikten vorbestraften Männer hatten die Tat vor Gericht eingeräumt. 

Sie gaben an, sich erst am Tatabend im Oktober kennengelernt und nach dem gemeinsamen Crack-Konsum verabredet zu haben, bei ihrem Opfer einzubrechen, um eine dort vermutete wertvolle Uhr zu stehlen. Dass der Mann in der Wohnung geschlafen habe, habe sie dann überrascht. Wie der Prozess gezeigt hatte, war die Situation eskaliert, als der Mann sich wehrte: Einer der Angeklagten warf sich auf den 37-Jährigen und brach seine Gegenwehr mit Faustschlägen. Später zogen die Männer das Opfer aus dem Bett und fesselten den Mann mit Kabelbindern und Gürteln, bis er sich nicht mehr bewegen konnte. Der 37-jährige Bewohner ist bis heute schwer traumatisiert und arbeitsunfähig. 

Über mehrere Stunden durchsuchten die Einbrecher dann die Wohnung nach Wertgegenständen. Am Ende nahmen sie eine wertvolle Uhr, Bargeld und Schmuck im Wert von rund 14.000 Euro mit und stahlen das Auto des Bewohners im Wert von rund 70.000 Euro. Um an Zugangsdaten von elektronischen Geräten und für die EC-Karte des Bewohners zu kommen, hatten sie außerdem gedroht, ihn zu töten. 

Der jüngere der beiden hatte sich dann als erster aus dem Staub und später die Beute zu Geld gemacht. Als ihn die Polizei schnappte, nannte er den 37-Jährigen als Mittäter.