Bei einer Razzia im April ging die Polizei gegen die mutmaßliche Schleuserbande vor. (Archivbild)
Bei einer Razzia im April ging die Polizei gegen die mutmaßliche Schleuserbande vor. (Archivbild) Foto: Roberto Pfeil/dpa

Bergheim (dpa/lnw) – Im Fall der Machenschaften mutmaßlicher Schleuser mit Verbindungen zu wohlhabenden Chinesen ist der Rhein-Erft-Kreis nach eigenen Angaben im Jahr 2019 erstmals skeptisch geworden. Der Ausländerbehörde seien damals Unregelmäßigkeiten aufgefallen, bestätigte ein Sprecher des Kreises. Im selben Jahr sei daher auch die Bundespolizei vom Kreis informiert worden. Der «Kölner Stadt-Anzeiger» hatte über den zeitlichen Ablauf berichtet.


Dass Ermittler einer mutmaßlichen Schleuserbande auf der Spur sind, war im April 2024 publik geworden. Die Polizei durchsuchte damals bei einer Razzia Räumlichkeiten in acht Bundesländern. Die mutmaßlichen Schleuser stehen im Verdacht, wohlhabenden Menschen aus China und dem Oman eine Aufenthaltserlaubnis für Deutschland beschafft zu haben. Mutmaßliche Köpfe sollen zwei Anwälte gewesen sein. Die Ermittler prüfen, ob auch Amtsträger in Behörden bestochen wurden, um an Aufenthaltserlaubnisse zu kommen.

Chinesen waren nicht anzutreffen

Im Rhein-Erft-Kreis sei 2019 bei Kontrollen aufgefallen, dass Chinesen, für die Anträge auf eine Aufenthaltsgenehmigung gestellt worden waren, an ihren angeblichen Wohn- und Firmensitzen gar nicht anzutreffen gewesen seien, schilderte der Kreissprecher. Von Einladungen, selbst bei der Ausländerbehörde vorstellig zu werden, sei nur eine wahrgenommen worden – von mehr als 30. Daher sei die Bundespolizei eingeschaltet worden.

Nach Angaben der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft laufen in dem Komplex Ermittlungen gegen 58 Beschuldigte sowie 147 mutmaßliche Nutznießer, die durch die Schleuser illegal an Aufenthaltstitel gelangt sein sollen.