Das Landgericht Detmold hat nach einem Angriff auf eine 99-Jährige durch ihren Sohn ein Urteil verkündet. (Symbolbild)
Das Landgericht Detmold hat nach einem Angriff auf eine 99-Jährige durch ihren Sohn ein Urteil verkündet. (Symbolbild) Foto: Friso Gentsch/dpa

Detmold (dpa) – Ein 72 Jahre alter Mann aus Fellbach ist vom Landgericht Detmold nach einem Mordversuch an seiner eigenen Mutter wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Das Schwurgericht stellte zwar fest, dass der frühere Mediziner im August des vergangenen Jahres seine 99 Jahre alte Mutter in Lemgo heimtückisch und in Tötungsabsicht samt ihrem Rollstuhl eine Treppe hinuntergestoßen hatte, erkannte aber auf einen sogenannten freiwilligen Rücktritt vom Versuch.


Der Angeklagte, der in der Nähe von Stuttgart in Baden-Württemberg wohnt, hatte den Tatort verlassen, als er seine Mutter am Fuße der Kellertreppe schreien hörte und diese ihren Hausnotruf auslöste. Aus Sicht des Gerichts hatte der 72-Jährige die Möglichkeit, die Frau dann noch zu töten, nicht ausgenutzt und war daher nicht für den Mordversuch zu verurteilen.

Schuldig gesprochen wurde er daher wegen gefährlicher Körperverletzung.
Der Angeklagte zeigte sich zwei Tage nach der Tat an seinem Wohnort selbst an. Das Tatmotiv konnte in dem zweitägigen Prozess nicht erhellt werden. Der Angeklagte gestand die Tat, äußerte sich aber kaum zu den Hintergründen.