Nachtwächter aus 30 verschiedenen Städten und vier Ländern stehen nach einem Umzug durch Dülken für ein Gruppenfoto zusammen. Foto: Henning Kaiser/dpa

Viersen (dpa) – In historischen Kostümen mit Hut, Hellebarde und Laterne sind am Samstag zahlreiche Nacht- und Turmwächter aus verschiedenen Ländern Europas durch Viersen am Niederrhein gezogen. Der Umzug ist der Höhepunkt eines mehrtägigen Treffens der europäischen «Nachtwächter und Türmerzunft», das am Sonntag zu Ende geht. Die Zunft hat Mitglieder unter anderem in Deutschland, Dänemark, den Niederlanden und Polen. Angemeldet hätten sich zu dem Treffen 74 Zunftmitglieder, sagte ein Sprecher der Stadt Viersen.

Am Samstagnachmittag zogen die Zunftmitglieder durch die Stadt, am Ende des Marsches rundete ein Bühnenprogramm das traditionelle Event ab. Dort trugen Nachtwächter ihre Rufe und außerdem Gedichte und Lieder vor. Zwischen 1500 und 2000 Menschen verfolgten nach Schätzung eines dpa-Fotografen das Programm.

Am Sonntagmorgen werden die Nachtwächter mit einem ökumenischen Gottesdienst verabschiedet. Danach wird die Standarte der Zunft an Vertreter des nächsten Austragungsortes übergeben: 2025 kommen die Zunftmitglieder nach Oberhausen-Holten ebenfalls in Nordrhein-Westfalen.

Bis in die Neuzeit hinein war es die Aufgabe des Nachtwächters, Brände oder Überfälle zu melden, Streit zu schlichten und die schlafenden Menschen vor Übeltätern zu beschützen. Heute halten Nachtwächter in vielen Städten für Touristen die Tradition ihres Berufs aufrecht und bieten stadtgeschichtliche Führungen an.