Tausende Menschen werden wieder zu den traditionellen Ostermärschen erwartet.
Tausende Menschen werden wieder zu den traditionellen Ostermärschen erwartet. Foto: Marius Becker/dpa

Bonn (dpa/lnw) – In mehr als einem Dutzend nordrhein-westfälischen Städten sind in diesem Jahr Ostermärsche geplant. Sie stünden vor allem unter dem Eindruck der Kriege in der Ukraine und in Nahost, erklärte das Netzwerk Friedenskooperative in Bonn. 


Die Friedensbewegung fordere von der Bundesregierung diplomatische Initiativen zur Beendigung der Kriege, eine Stärkung des Völkerrechts und Einsatz für die Leidtragenden der Kriege.

Deutschland soll sich stärker in Friedensverhandlungen einbringen

Die größte Veranstaltung in NRW ist der am Samstag startende traditionelle dreitägige Ostermarsch Rhein-Ruhr von Duisburg nach Dortmund. Er steht unter dem Motto «Friedensfähig statt kriegstüchtig». Die Bundesregierung lasse ein eindeutiges Bekenntnis zu Frieden und Völkerrecht vermissen, kritisierte Mitorganisator Joachim Schramm. «Deutschland muss im Verhandlungsprozess im Ukrainekrieg eine konstruktive Rolle spielen, statt den Bedenkenträger zu geben.»

Auch die Diskussion um die Wiedereinführung der Wehrpflicht wollen die Teilnehmer am Ostermarsch thematisieren. «Ein demokratischer Staat sollte seine jungen Menschen nicht zwingen, im Krieg andere Menschen zu töten», sagte Schramm.

Weitere Ostermärsche am Samstag sind unter anderem in Münster, Düren, Wuppertal, Bonn, Bielefeld, Düsseldorf und Köln geplant. 

Bundesweit 40.000 Teilnehmer im vergangenen Jahr

Bereits am Karfreitag soll es Ostermarsch-Demonstrationen am Haupttor der Urananreicherungsanlage in Gronau und auf dem ehemaligen Militärflughafen in Gütersloh geben. Am Ostermontag starten zudem ein Ostermarsch in Dülmen und eine Fahrraddemo in Krefeld.

Bundesweit sind nach Angaben der Friedenskooperative rund 100 Demonstrationen geplant. 2025 hätten sich insgesamt mehr als 40.000 Menschen an den Ostermärschen beteiligt, deutlich mehr als in den vorherigen Jahren. Angesichts der aktuellen Weltlage könnten es in diesem Jahr noch mehr Teilnehmer werden, sagte ein Sprecher.