Augsburgs Phillip Tietz gestikuliert. Foto: Harry Langer/dpa

Augsburg (dpa/lby) – Und was macht man jetzt mit diesem Remis? Augsburgs Spieler und Verantwortliche waren sich uneins, ob das 1:1 (1:1) gegen den 1. FC Köln eher ein kleines Ostergeschenk oder ein vorgezogener Aprilscherz war. Da war zum einen etwa Außenverteidiger Kevin Mbabu, der «zwei verlorene» Zähler bilanzierte. «Ich bin persönlich enttäuscht», sagte der Schweizer nach einer eigentlich dominanten Vorstellung gegen den Abstiegskandidaten. Sportdirektor Marinko Jurendic meinte dagegen schon etwas wohlwollender: «Es ist ein Punkt mehr auf Hoffenheim, Heidenheim und Bremen.»

Dass so ein Unentschieden wurmt, ist dabei grundsätzlich schon ein außergewöhnlich positives Zeichen für die Fußballer aus der Fuggerstadt. Steckten sie in den vergangenen Jahren zu diesem Zeitpunkt der Saison noch regelmäßig im Bundesliga-Abstiegskampf, so haben sie sich solcher Sorgen längst entledigt. Der Blick geht vielmehr nach oben, sogar der Einzug in den nächstjährigen Europacup ist für die Schwaben greifbar.

Und da könnte auch dieses unglückliche Unentschieden helfen. In der Tabelle verteidigte der FCA mit 36 Zählern Platz sieben – Freiburg zog zwar nach Punkten gleich, auf dahinter Hoffenheim (33) und Bremen (30) aber vergrößerte das Team von Erfolgscoach Jess Thorup den Vorsprung.

«Wir lesen ja auch die Tabelle und sind nicht blöd»

«Die Europa-Fragen sind in aller Munde», räumte Abwehrspieler Felix Uduokhai ein. «Aber wir gehen nicht in die Kabine und sagen: Europa, Europa, wir spielen da oben mit. Wir wissen alle, wo wir herkommen und wie es vor einem Jahr aussah.» Zur Erinnerung: 2023 kämpfte der FCA bis zum letzten Spieltag um den Liga-Verbleib.

Derartige Probleme gibt es in diesem Frühjahr nicht mehr. Und die Fragen nach den internationalen Plätzen werden auch nicht mehr so konsequent abgeblockt wie noch vor Wochen. «Wir lesen ja auch die Tabelle und sind nicht blöd», räumte Uduokhai ein. «Momentan macht es einfach Spaß zu spielen und wir sind heiß darauf.»

Vor 30.660 Zuschauern in der ausverkauften WWK-Arena hatte Arne Maier die Gastgeber in der 18. Minute in Führung gebracht. Weil danach einige gute Chancen ungenutzt blieben, Köln durch Davie Selke zum Ausgleich kam (33.), FC-Keeper Marvin Schwäbe hervorragend parierte und ein Hackentreffer des eingewechselten Dion Beljo auf der Linie vereitelt wurde (70.), sprang nur die Punkteteilung heraus. «Heute war mehr drin», meinte Torschütze Maier.

Offensivmann fordert neue Serie

Aber auch weniger! Beflügelt durch die jüngste Erfolgswelle drückten die Augsburger vehement auf den Siegtreffer und riskierten dabei immer wieder Konter – mit etwas mehr FCA-Pech kann dabei sogar noch der zweite Gegentreffer fallen. Maier erinnerte daran, dass Augsburg in der Saison schon einige knappe Spiele gewonnen habe und sich deshalb nicht beschweren dürfe, gegen Köln trotz Überlegenheit nur einen Punkt eingeheimst zu haben.

Durch das Unentschieden verpassten die Schwaben auch eine Vereinsbestmarke von fünf Bundesliga-Siegen nacheinander. Offensivmann Maier forderte vor dem nächsten Gastspiel beim direkten Konkurrenten Hoffenheim am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) deshalb deutlich: «Wir sind fünf Spiele ungeschlagen – jetzt müssen wir dann die nächste Serie starten.»