Ein Auto fährt durch eine große Wasserlache. Foto: Federico Gambarini/dpa

Bonn/Essen (dpa/lnw) – Anhaltender Regen und steigende Wasserstände haben am Pfingstwochenende den Rhein in Nordrhein-Westfalen stellenweise über die Ufer treten lassen und mancherorts für Probleme gesorgt. In Bonn kletterte der Rhein-Pegelstand am Sonntagnachmittag auf 6,32 Meter. Für Köln meldete die dortige Hochwasserschutzzentrale am Nachmittag einen Stand von 6,38 Metern. Der Höchststand «dieser kleinen Hochwasserwelle» werde voraussichtlich am Montagvormittag bei einem Stand von zwischen 6,90 und 7,10 Metern in Köln erreicht sein. Schiffe müssen dort ab der Hochwassermarke I – sie beginnt bei 6,30 Metern – ihre Geschwindigkeit drosseln.

Im Bonner Raum waren erste Folgen bereits am Samstag spürbar. Die Feuerwehr rückte bei zahlreichen Einsätzen dabei auch zum Stadthaus an: In das Verwaltungsgebäude im Bonner Zentrum sei Regenwasser eingedrungen, das die Einsatzkräfte beseitigten, berichtete die Feuerwehr am Sonntag. Wassermassen wurden etwa aus einer unbefahrbar gewordenen Unterführung oder auch aus einer blockierten Tiefgarage herausgepumpt.

In Königswinter bei Bonn trat der Rhein mancherorts über die Ufer, so auch an einem Fähranleger. Die Bonner Stadtwerke stoppten vorsorglich den Bahnverkehr der Linie 66 zwischen Königswinter-Oberdollendorf und Bad Honnef. «Aufgrund der starken Regenfälle rechnen die Rheinpegelprognosen mit einem Flusswasserstand, der in Königswinter und Bonn die 6,50-Meter-Marke übersteigen wird. Aus diesem Grund stellt SWB Bus und Bahn ab Betriebsbeginn am Sonntag bis auf Weiteres ein», teilten die Stadtwerke mit. Ein Campingplatz in Rheinbreitenbach bei Bonn wurde geräumt.

Mehrere Kirmes-Schausteller hatten am Samstag beim Strandfest in Mondorf – ebenfalls nahe Bonn – ihre Fahrgeschäfte abbauen oder umsiedeln müssen. Auch dort schwappten Wellen über den Uferrand. Laut Bonner «General-Anzeiger» wurde die kleine Kirmes am Samstagabend ganz gestoppt. Nach einer Prognose der Hochwasservorsorgezentrale Rheinland-Pfalz sollte der Höchststand in Bonn am Montag bei knapp unter 6,80 Metern erreicht werden.

Aus Köln hieß es, flussnahe Rad- und Fußgängerwege etwa am Rheinboulevard seien bereits teilweise gesperrt. Man sei gut vorbereitet, Schutzmaßnahmen würden im Bedarfsfall umgesetzt. Teilweise seien im Stadtgebiet bauliche Schutzmaßnahmen bis zu einem Pegel von 11,90 Metern vorhanden.

Auch in anderen Teilen des Landes machten sich Niederschläge und Gewitter bemerkbar. Auf dem Gelände des Pfingstzeltlagers der Feuerwehren des Kreises Soest kam es am Sonntagnachmittag zu einem Blitzeinschlag. «Alle Kinder und Betreuer sind in Sicherheit und werden aktuell durch den Rettungsdienst betreut und gesichtet», hieß es. Es sei niemand verletzt worden. In Bielefeld warnte die Polizei via Plattform X vor Aquaplaning: «Bitte vorausschauend und wetterangepasst fahren».

Nach Daten des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) zeichnete sich keine angespannte Lage bei den Gewässern in NRW ab. Die Wasserstände an allen Messpunkten lagen demnach am Sonntag unter den Meldestufen für Hochwasser. Lediglich im Andernach und in Koblenz im angrenzenden Rheinland-Pfalz war die erste von drei Hochwassermeldestufen überschritten.

Laut Prognose des Deutschen Wetterdienstes sollte es nach weiteren teils starken Gewittern am Sonntag etwa im Rheinland, Niederrhein, Ruhrgebiet oder auch den Bereichen Gütersloh und Paderborn dann am Pfingstmontag wechselnd bewölkt sein. Am Nachmittag werde es örtlich Schauer geben, vereinzelt seien auch wieder Gewitter nicht ausgeschlossen. Mit Höchstwerten zwischen 20 und 24 Grad soll es recht mild werden. Am Dienstag wird es nach DWD-Vorhersage im südlichen Teil eher regnerisch, im Norden eher niederschlagsfrei zugehen.