Fußballspieler trainieren mit Ball.
Die Nationalspieler Jonathan Tah (l) und Florian Wirtz nehmen am Training teil. Foto: Arne Dedert/dpa

Frankfurt/Main (dpa) – Abwehrchef Antonio Rüdiger hat seinen Innenverteidiger-Kollegen Jonathan Tah für seine Entwicklung beim souveränen Bundesliga-Tabellenführer Bayer 04 Leverkusen gerühmt. «Für mich ist sein Weg überragend», sagte der 31 Jahre alte Profi von Real Madrid am Mittwoch nach dem Training der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Frankfurt am Main. Aktuell gebe «es in der Bundesliga keinen Besseren» auf der Position im Abwehrzentrum, findet Rüdiger.

Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte bei der Bekanntgabe seines Kaders für die ersten Länderspiele im EM-Jahr am kommenden Samstag in Lyon gegen Frankreich und drei Tage darauf in Frankfurt gegen die Niederlande das Duo Rüdiger/Tah für «erstmal gesetzt in der Innenverteidigung» erklärt. «Auch verdientermaßen», wie Nagelsmann hinzufügte.

«Sie haben die Fähigkeiten, das durch gute Leistung zu bestätigen», sagte der Bundestrainer mit Blick auf die Heim-EM im Sommer. Herausforderer im Abwehrzentrum sind im aktuellen DFB-Aufgebot Rückkehrer Robin Koch von Eintracht Frankfurt und Waldemar Anton (beide 27). Dem Nationalmannschaftsneuling vom VfB Stuttgart bescheinigte Rüdiger ebenfalls «eine Supersaison». Nagelsmann hat namhafte Innenverteidiger wie die Dortmunder Mats Hummels und Niklas Süle aussortiert.

Rüdiger soll Richtung Heimturnier mit der Erfahrung aus 66 Länderspielen als Abwehrchef vorangehen. Das habe ihm Nagelsmann «auch schon so signalisiert», berichtete der Real-Profi. Rüdiger begrüßte die klare Festlegung auf die Abwehrbesetzung mit Tah als seinem neuen, festen Nebenmann. «Man kann dann auch ganz anders im Training miteinander umgehen und andere Gespräche führen», sagte Rüdiger.

Der 28-jährige Tah kommt auf bislang 21 Länderspiele. Die EM 2016 war seine bislang einzige Turnierteilnahme. Damals wurde er ausgerechnet für Rüdiger nachnominiert, der sich beim ersten Training in Frankreich einen Kreuzbandriss im Knie zuzog. Nach den jüngsten Niederlagen gegen die EM-Teilnehmer Türkei (2:3) und Österreich (0:2) erwartet Rüdiger in den hochkarätigen EM-Tests gegen Frankreich und Holland «eine andere Reaktion» der Nationalmannschaft, «was die Basics angeht. Wir können über Taktik und alles sprechen, aber die Bereitschaft, die muss gegeben sein. Und natürlich das Ergebnis.»

Auf die vergangenen Misserfolge bei der WM 2018, der EM 2021 und der WM 2022 mag er nicht mehr groß eingehen. «Die Turniere waren, wie sie waren. Wir müssen positiv sein. Wir stehen vor einer Heim-EM. Wir haben einen guten Kader, gute Jungs. Wir wissen, was wir tun müssen.»