Polizeipräsident bei Pressekonferenz in Deutschland.
Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen, spricht während einer Pressevorführung. Foto: Marius Becker/dpa

Düsseldorf (dpa/lnw) – Die NRW-Polizei setzt vermehrt auf Kollegen im Ruhestand, die als «Senior Experts» wieder aktiv werden: Laut Innenministerium arbeiten 66 Pensionäre in verschiedenen Polizeibehörden (Stand Februar). Sie helfen zum Beispiel bei ungelösten Mordfällen («Cold Cases») oder beim Einarbeiten neuer Ermittler.

Als «Rentner-Cops» wurden Teilnehmer eines Pilotprojekts zu Cold Cases in NRW einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Wegen des großen Erfolgs brachte das Innenministerium im vergangenen August einen Erlass auf den Weg, um den Dienststellen die Wieder-Anstellung von Pensionären zu ermöglichen. Inzwischen arbeiten «Senior Experts» in 16 Kreispolizeibehörden. In Bielefeld sind es zum Beispiel fünf. In Düsseldorf und Mönchengladbach jeweils vier, in Dortmund drei.

In der übergeordneten Personal- und Schulungsbehörde LAFP sind acht Renten-Rückkehrer am Start, im Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) sogar neun. 17 «Senior Experts» arbeiten aktuell im Bereich der «Cold Case»-Bearbeitung. 30 arbeiten neue Ermittlerinnen und Ermittler ein.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte der dpa: «Ich bin froh, dass wir diesen Schritt gegangen sind und pensionierte Beamte wieder aktivieren konnten. Senior Experts verfügen über langjährige Erfahrung und Expertise in verschiedenen Bereichen der Polizeiarbeit, darunter auch Mordermittlungen. Sie können jüngere Kollegen vor allem in komplexen Fällen umfassend unterstützen und sie an ihrem Wissen teilhaben lassen.»