Fassade eines Landgerichts mit Säulen und Inschrift.
Das Eingangsportal des Bonner Landgerichts. Foto: Oliver Berg/dpa

Bonn (dpa/lnw) – Mehr als 20 Jahre nach der Entführung eines Spediteurs in Troisdorf wird am Bonner Landgericht am Freitag (13.30 Uhr) das Urteil gegen einen 51-Jährigen erwartet. Er ist wegen erpresserischen Menschenraubs angeklagt. Zusammen mit drei Komplizen soll er 2003 an der Entführung beteiligt gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft hat fünf Jahre und zehn Monate Haft gefordert, seine Verteidiger plädierten auf Freispruch.

Während die anderen drei Männer den Unternehmer mit Waffengewalt zu einem Auto brachten und mit ihm fortfuhren, soll der jetzt 51-Jährige telefonisch Anweisungen gegeben haben. Die Entführer erpressten von dem Spediteur 10.000 Euro, dann ließen sie ihn frei.

Mit Hilfe eines V-Manns kam die Polizei dem Quartett bald auf die Spur. Zwei Entführer wurden 2004 und 2006 in Bonn zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, gegen den Dritten stellte die deutsche Justiz das Verfahren ein, weil er in den Niederlanden wegen anderer Taten ins Gefängnis musste.

Der jetzt angeklagte mutmaßliche Kommandogeber hingegen tauchte 20 Jahre unter und lebte unter falschem Namen in Troisdorf (Rhein-Sieg-Kreis). Nachdem er aber seine Freundin verlassen hatte, zeigte diese den Russlanddeutschen aus Rache an.