Blick auf die Arena.
Blick auf die Arena. Foto: Marcus Brandt/dpa

Dortmund (dpa) – Die deutschen und dänischen Spieler waren während des EM-Achtelfinales über einen Mann auf der Dachkonstruktion des Dortmunder Fußball-Stadions informiert. Konkrete Auswirkungen auf den Spielablauf oder die Abreise nach der Partie hatten die Ereignisse aber nicht. Wie der Deutsche Fußball-Bund am Sonntag bestätigte, berichtete Schiedsrichter Michael Oliver vor dem Anpfiff der zweiten Halbzeit am Samstagabend die Kapitäne beider Mannschaften von dem Geschehen.


Der englische Referee bat Ilkay Gündogan und Kasper Schmeichel dazu zur Spielfeldhälfte, nachdem er selbst von einem UEFA-Delegierten einen Hinweis bekommen hatte. Auf Bildern war zu sehen, wie alle drei nach oben Richtung Stadiondach blicken. Die Partie lief anschließend ohne erkennbare Beeinträchtigung für die Akteure weiter. 

Noch keine Erkenntnisse zum Motiv

Angaben der Polizei zufolge war der Mann um 22.27 Uhr auf das Dach des Stadions gelangt. Videoaufnahmen, die die englische Zeitung «Daily Mail» veröffentlichte, ist zu entnehmen, dass er von den begehbaren Plattformen unter dem Stadiondach auch auf die Streben der Dachkonstruktion klettert. Bisher gebe es keine Erkenntnisse darüber, dass der 21-Jährige die Stadionbesucher gefährden wollte, hieß es in der Polizeimitteilung.

Einsatzkräfte hatten sich demnach dem Mann nach dem Schlusspfiff genähert und ihn angesprochen. Ein Hubschrauber habe zudem das Stadiondach ausgeleuchtet. In dem veröffentlichten Video sind kurz die Zuschauerränge zu sehen, zum Zeitpunkt des Zugriffs hatten demnach viele Zuschauer bereits das Stadion verlassen.

UEFA kommentiert nicht

Der Vorfall wirft Fragen zum Sicherheitskonzept der EM auf. Immer wieder war es in der Gruppenphase zu Zwischenfällen gekommen, als Zuschauer auf den Rasen gelangt waren, um mit den Spielern ein Foto zu machen. Die Europäische Fußball-Union UEFA verwies am Sonntagmorgen auf die Mitteilung der Polizei. «Wir haben keinen weiteren Kommentar», teilte der Dachverband auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.