Der spätere Sieger des traditionellen Gänsereiten des Gänsereiter Clubs Sevinghausen, Jörg Wendorf, greift vom Rücken eines Pferdes nach einer hölzernen Gans. Das Landwirtschaftsministerium in NRW hat sich für ein Verbot des in Teilen des Landes traditionell durchgeführten Köpfens von Tierleichen ausgesprochen. Foto: Bernd Thissen/dpa

Düsseldorf (dpa/lnw) – Das Land NRW hat sich für ein Verbot des in Teilen des Landes traditionell bei Festen durchgeführten Köpfens von Tierleichen ausgesprochen. Gegenüber den Veterinärämtern habe man im März klargestellt, dass die Tötung von Tieren zur Verwendung des Kadavers im Zuge von Brauchtumsveranstaltungen, etwa dem «Hahneköppen» oder «Gänsereiten», nicht vom Tierschutzgesetz gedeckt sei, teilte das Ministerium auf Anfrage mit. Geplante Tötungen von Tieren sollen daher untersagt und stattdessen alternativ Tierattrappen genutzt werden.

Die Tierschutzorganisation Peta hatte zuvor über die Weisung berichtet. Sie hatte im vergangenen Jahr Strafanzeigen gegen diese Praktik erstattet und das Ministerium informiert. Nach eigenen Angaben führten mehrere Vereine in NRW in der jüngeren Vergangenheit im Rahmen von Festveranstaltungen noch das «Hahneköppen» durch. Bei diesem Ritual versuchen Menschen mit verbundenen Augen, einem zuvor getöteten Hahn mit einem Schwert den Kopf abzuschlagen.

Bei vielen Veranstaltungen, darunter auch der Kirmes in Haan bei Solingen, werden mittlerweile bereits Hühnerattrappen statt echten Tieren benutzt. Das gilt auch für das «Gänsereiten». So setzten etwa Karnevalisten in Bochum bei der Tradition, einer über einer Reitbahn aufgehängten Gans von galoppierenden Reitern den Kopf abzureißen, auf eine Holzattrappe.