Mit begründeten Einsprüche gegen Steuerbescheide lässt sich häufig Geld vor dem Fiskus retten. In Nordrhein-Westfalen versuchen das immer mehr Bürger (Symbolbild).
Mit begründeten Einsprüche gegen Steuerbescheide lässt sich häufig Geld vor dem Fiskus retten. In Nordrhein-Westfalen versuchen das immer mehr Bürger (Symbolbild). Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Düsseldorf (dpa/lnw) – Die Zahl der Einsprüche gegen Steuerbescheide nimmt in Nordrhein-Westfalen deutlich zu. Ursache dafür sei vor allem die «von Jahr zu Jahr zunehmende Komplexität des Steuerrechts», heißt es in einer Antwort des Finanzministeriums auf eine Anfrage der FDP-Opposition. Zudem würden immer mehr Einsprüche vorsorglich eingelegt.


Insgesamt sind demnach in den Jahren 2019 bis 2023 bei den Finanzämtern in NRW rund 3,8 Millionen Einsprüche eingegangen. In diesem Jahr seien es allein bis Anfang Juni schon mehr als 400 000 gewesen. Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2019 waren es den Angaben zufolge erst gut 104 000 Einsprüche. Bis 2020 hatte sich die Zahl dann schon verdoppelt und anschließend vervielfacht: auf rund 662 000 Einsprüche 2021, knapp 804 000 im Jahr 2022 und fast zwei Millionen Einsprüche im vergangenen Jahr.

Der starke Anstieg der Gesamtzahl 2023 sei in erheblichem Maße auf Einsprüche gegen Grundsteuerwertfeststellungsbescheide zurückzuführen, erklärte das Finanzministerium. «Die Zahl der gegen Einkommensteuerfestsetzungen eingelegten Einsprüche hat sich dagegen im gleichen Zeitraum nicht signifikant erhöht.»

Insgesamt seien in allen Jahren von 2019 bis zur ersten Juniwoche 2024 rund 1,9 Millionen Einsprüchen ganz oder teilweise stattgegeben worden. Der FDP-Abgeordnete Ralf Witzel wies in seiner Anfrage auf die starke Arbeitsbelastung der Bediensteten in der Finanzverwaltung durch das hohe Einspruchsaufkommen hin.