Studentinnen und Studenten sitzen während einer Vorlesung in einem Hörsaal. Foto: Rolf Vennenbernd/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa

Düsseldorf (dpa/lnw) – Hochschüler tragen mit ihren Sozialbeiträgen inzwischen etwa fünfmal mehr zur Finanzierung der Studierendenwerke in Nordrhein-Westfalen bei als vor 30 Jahren. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine SPD-Anfrage hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf vorliegt.

Demnach verbuchten die Werke im Jahr 1994 erst 23,5 Millionen Euro an Erträgen aus Sozialbeiträgen der Studierenden, im Jahr 2023 waren es hingegen – nach vorläufigen Zahlen – rund 113,4 Millionen Euro. Die Abrechnung für das laufende Jahr liegt nach Regierungsangaben noch nicht vor.

Die Werke kümmern sich um bezahlbaren Wohnraum, günstige Verpflegung, Studienfinanzierung, BAföG, Kinderbetreuung und Sozialberatung für Studierende.

«Vom Land kommt viel zu wenig, um die Studierendenwerke ausreichend zu finanzieren», sagte der wissenschaftspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Bastian Hartmann, der dpa. Während das Land 1994 mit damals fast 39 Millionen Euro noch mehr in die Studierendenwerke investiert habe als die angehenden Akademiker, habe sich das Verhältnis inzwischen vollkommen umgekehrt. Nach Angaben der Landesregierung lag die Summe 2024 bei rund 46,2 Millionen Euro – nur rund 7,3 Millionen Euro mehr als vor 30 Jahren.

Die Minister für Wissenschaft und für Finanzen betonten hingegen in ihrer Antwort, NRW stelle den Studierendenwerken mit einem Anteil von 12,6 Prozent an ihren Gesamteinnahmen einen überdurchschnittlich hohen allgemeinen Zuschuss zur Verfügung. Der bundesweite Durchschnitt liege nur bei 10,4 Prozent.

Die SPD-Opposition sieht hingegen die soziale Balance an den Hochschulen in Gefahr. «Wenn das Land trotz Inflation, steigender Energie- und Lebensmittelpreise die Zuschüsse nicht erhöht, müssen die Studierenden die zusätzlichen Ausgaben decken – mit Chancengleichheit hat das nichts zu tun», kritisierte Hartmann. «Deshalb fordern wir die Landesregierung auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und die Studierendenwerke endlich wieder ausreichend zu finanzieren.»