Dortmunds Mats Hummels. Foto: Sven Hoppe/dpa

München (dpa) – Die spektakuläre Rettungstat von Borussia Dortmunds Mats Hummels im Klassiker beim FC Bayern hat am Samstag sehr unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Der BVB-Innenverteidiger nahm nach dem 2:0 seines Teams lächelnd Glückwünsche für seinen artistischen Kung-Fu-Sprung bei einem Kopfball von Eric Dier aus kurzer Distanz entgegen – Bayern-Trainer Thomas Tuchel kritisierte dagegen die Schiedsrichter scharf.

«Eine krasse Fehlentscheidung», sagte Tuchel beim Sender Sky nach Ansicht der Videobilder und beklagte, dass die Münchner keinen Handelfmeter zugesprochen bekommen hatten. Hummels hatte den Ball mit gestrecktem Bein abgewehrt, der abgeprallte Ball berührte dann leicht auch die Hand des BVB-Profis, dessen Arm weit nach oben gestreckt war. «Die Hand da oben, da haben wir auch schon Elfmeter gesehen, wo dann die Regel kommt, es ist eine unnatürliche Handbewegung», sagte Tuchel.

Während des Spiels habe das Schiedsrichter-Team erklärt, es sei kein Elfmeter, weil der Ball die Hand nicht berührt habe. «Die Erklärung ist einfach katastrophal», sagte Tuchel und äußerte mit Blick auf den Videoschiedsrichter in Köln: «Das wurde uns so gesagt vom Vierten Offiziellen, der Keller in Köln hat bestätigt, er hat ihn mit der Hand nicht berührt.» Es sei «sehr ärgerlich, weil dafür schauen sie sich ja die Sachen an».

Schiedsrichter Harm Osmers sagte bei Sky, Hummels hoch gestrecktes Bein sei kein gefährliches Spiel gewesen und fügte nach Ansicht der Bilder an, dass es kein strafbares Handspiel gewesen sei. In den Fußballregeln heißt es: «Nicht jede Ballberührung eines Spielers mit der Hand/dem Arm ist ein Vergehen.» Für Tuchel war Hummels‘ Aktion in der 35. Minute beim Stand von 0:1 aus Münchner Sicht «auf jeden Fall eine Schlüsselszene».

Der 35 Jahre alte BVB-Profi äußerte zu der Szene: «Ich bin zwar nicht schnell, aber ich bin schon immer beweglich gewesen.» Auf der Plattform X postete Hummels noch am Abend ein Bild von der Szene.