Ein Einsatzfahrzeug der Polizei. Foto: Marijan Murat/dpa/Symbolbild

Düsseldorf (dpa/lnw) – In Nordrhein-Westfalen lebende Ukrainer fallen deutlich seltener im Zusammenhang mit Kriminalität auf als andere Bevölkerungsgruppen. Während ihr Anteil an der ausländischen Bevölkerung in NRW bei 7,6 Prozent lag, lag ihr Anteil bei den ausländischen Tatverdächtigen bei lediglich 4,1 Prozent, berichtete ein Vertreter des NRW-Innenministeriums am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags.

Den höchsten Anteil bei den Tatverdächtigen hätten zwar türkische Verdächtige mit 11,5 Prozent, dennoch träten auch sie unterdurchschnittlich oft in Erscheinung, denn ihr Anteil an der ausländischen Bevölkerung lag bei 15,5 Prozent. Überdurchschnittlich oft in Zusammenhang mit Kriminalität träten Syrer in Erscheinung: Bei einem Anteil von 8,6 Prozent seien sie bei den ausländischen Tatverdächtigen mit 9,4 Prozent vertreten.

Noch häufiger ist dies bei den Rumänen der Fall: Während sie 5,2 Prozent der in NRW lebenden Ausländer ausmachen, sind sie mit 9,1 Prozent bei den ausländischen Tatverdächtigen beteiligt. Bei den Rumänen können aber reisende Banden ins Gewicht fallen: Bei Wohnungseinbrüchen etwa gehen die Kriminalisten davon aus, dass diese zu einem großen Teil nicht von in NRW lebenden Tätern verübt werden, sondern von ein- und ausreisenden Banden.

Der Vergleich habe aber einen Makel: Während bei den Tatverdächtigen die Kriminalitätsstatistik von 2023 zugrunde liege, sei es bei der Einwohnerstatistik die von 2022, weil die von 2023 bisher nicht vorliege. Eventuell ergäben sich daraus noch Verschiebungen. Eine Rolle könnte auch die Geschlechterverteilung innerhalb der Gruppen sein: Frauen werden seltener kriminell als Männer.