Stieglitze (Distelfinken) holen sich in einem Garten Nahrung an einer Futtersäule. Foto: Oliver Berg/dpa

Düsseldorf (dpa/lnw) – Alle Zugvögel sind eingetroffen – und nun wird wieder gezählt: Zum 20. Mal organisiert der Naturschutzbund Nabu die «Stunde der Gartenvögel», um einen Überblick über die Vogelwelt zu bekommen. Vom 9. bis zum 12. Mai dauert die deutschlandweite Zählung. Der Feiertag und das angekündigte milde und trockene Wetter böten ideale Voraussetzungen, teilte der Nabu Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf mit. Im vorigen Sommer waren Spatz, Kohlmeise und Amsel die am häufigsten gesichteten Vogelarten in NRW. Aber auch Stieglitz, Taube, Blaumeise, Zaunkönig, Grünfink, Mauersegler, Heckenbraunelle, Zilpzalp, Elster und Mönchsgrasmücke ließen sich sehen und hören. 

2023 hatten rund 10.000 Menschen in Nordrhein-Westfalen mitgemacht und 206.000 Vögel gemeldet. Dabei wird von einem festen Platz im Garten, Park oder auf dem Balkon die höchste Zahl der innerhalb einer Stunde gleichzeitig bemerkten Vögel einer Art notiert. Die Zählung kann online oder telefonisch gemeldet werden. 

2023 wurde ein Rückgang beim Mauersegler beobachtet: Der Vogel wurde rund 40 Prozent weniger häufig beobachtet als im Vorjahr. «Ob dieser Trend weitergeht, werden diese und die kommenden Zählungen zeigen», erklärte der Nabu. Mauersegler sehen ähnlich aus wie Schwalben und fliegen oft in einer Gruppe pfeilschnell über vielen Städten durch die Luft.

Für Nordrhein-Westfalen sei die Zählung auch deshalb wichtig, weil damit Menschen in dem dicht besiedelten Ballungsraum motiviert würden, ihr Umfeld vogelfreundlich zu gestalten, sagte Elisabeth Stanzl, Sprecherin des Nabu NRW. Die ornithologische Bestandsaufnahme in Gärten und Parks liefere wertvolle Daten über den Zustand der Vogelwelt. Die bislang höchste Teilnehmerzahl an einer «Stunde der Gartenvögel» habe es in einem Corona-Sommer gegeben. Damals hätten – bei wunderbarem Wetter – in Nordrhein-Westfalen etwa 25.000 Menschen mitgezählt.