Gebetsbücher liegen in der Zionskirche in Bielefeld am Eingang auf einem Regal. Foto: David Inderlied/dpa/Symbolbild

Bielefeld (dpa/lnw) – Die Evangelische Landeskirche in Westfalen schlägt einen strikten Sparkurs ein. Die Synode beschloss am Samstag ein Haushaltssicherungskonzept, das als Reaktion auf sinkende Kirchensteuereinnahmen deutliche Ausgabensenkungen vorsieht. Vor allem das Landeskirchenamt in Bielefeld – der Hauptsitz der Landeskirche – soll neu strukturiert werden und dadurch rund 20 Prozent Kosten einsparen, teilte die Evangelische Kirche in Westfalen mit. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nach dem Willen des Kirchenparlaments aber nicht geben.

Auch andere landeskirchliche Ämter und Einrichtungen müssen ihre Ausgaben bis 2027 um 20 Prozent senken. So soll es gelingen, dass der Haushalt der Landeskirche 2028 keinen Fehlbetrag mehr ausweist.

Den Rotstift setzt die Kirche auch bei den sieben konfessionsgebundenen evangelischen Schulen in Westfalen an. Es sei unumgänglich, dass die Schulen mit deutlich weniger Kirchensteuern auskämen, heißt es im Beschluss der Synode. Die Kirche will nun mit dem Staat über die zukünftige Finanzierung verhandeln.

Ein bereits geplanter Neubau für die westfälische Hochschule für Kirchenmusik in Bochum wurde laut Mitteilung ebenfalls gestoppt. Gleichzeitig will sich die westfälische Kirche bei der Ausbildung ihrer Kirchenmusiker verstärkt um Kooperationen mit anderen Landeskirchen bemühen.

Im Haushalt der westfälischen Landeskirche fehlten in diesem Jahr 14,3 Millionen Euro. Deshalb hatte die Synode die Kirchenleitung aufgefordert, ein Konzept mit Sparmaßnahmen vorzulegen. Der Haushalt setzt den Rahmen für die Arbeit der Landeskirche – die Gemeinden und die Kirchenkreise sind davon nicht unmittelbar betroffen, leiden aber auch unter sinkenden Kirchensteuereinnahmen.

Zur Evangelischen Kirche von Westfalen gehören rund zwei Millionen Menschen in rund 450 Gemeinden. Das Gebiet der Landeskirche reicht vom Tecklenburger Land im Norden bis zum Siegerland im Süden und vom Ruhrgebiet im Westen bis zum Paderborner Land im Osten. Bundesweit hatte die evangelische Kirche allein im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 3,1 Prozent ihrer Mitglieder verloren, das Kirchensteueraufkommen sank um 5,3 Prozent.