Ein lokaler Windpark in Hohenlimburg wird nun von Thyssenkrupp genutzt und mit Mona Neubaur (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie von Nordrhein-Westfalen, offiziell die Anbindung vollzogen. Foto: Dieter Menne/dpa

Hagen (dpa/lnw) – Ein Walzwerk des Stahlherstellers Thyssenkrupp Steel im westfälischen Hagen erhält künftig einen Großteil seines Stroms aus einem direkt angeschlossenen Windpark. Es handele sich um das erste deutsche Industriewerk, das über eine Direktanbindung mit lokal erzeugtem Windstrom versorgt werde, berichtete Thyssenkrupp Steel am Montag.

Im Jahresschnitt sollen die vier Windräder des Parks rund 40 Prozent des Strombedarfs des Werks decken. «Wir sparen damit in erheblichem Umfang Netzentgelte und entlasten durch die Direktanbindung das öffentliche Stromnetz», erklärte der Geschäftsführer von Thyssenkrupp Hohenlimburg, André Matusczyk. Die Direktleitung ist gut drei Kilometer lang.

Windpark-Betreiber ist das Gladbecker Unternehmen SL Naturenergie. Eine Direktlieferung sei die effizienteste Art, neue Energie und Industrie zusammenzubringen, erklärte SL Naturenergie-Chef Klaus Schulze Langenhorst. «Wir möchten, dass dies Standard wird in Deutschland. Hierfür wird auch die Politik noch mal ran müssen, denn das aktuelle Energierecht enthält dafür leider noch zahlreiche Hürden.»

Für Thyssenkrupp bedeutet das Projekt nach eigenen Angaben einen wichtigen Schritt auf dem Weg hin zu einer klimafreundlicheren Stahlherstellung und -verarbeitung. Damit könnten elf Prozent der CO2-Emissionen des Standortes eingespart werden, hieß es. «Ich bin sicher, dass dieses wegweisende Projekt eine hohe Strahlkraft hat und anderen Industrieunternehmen ein gutes Beispiel sein wird», erklärte NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne).