Zwei Männer bei Pressekonferenz in modernem Büro.
Marco Schmitz (r) und Josef Neumann (l) sprechen im Landtag auf einer Pressekonferenz. Foto: Oliver Berg/dpa

Düsseldorf (dpa/lnw) – Anlässlich ihres 50. Gründungsjubiläums wird die Stiftung Wohlfahrtspflege in diesem Jahr ihr übliches Budget für gute Zwecke auf 50 Millionen Euro verdoppeln. Außerdem legt sie ihren «etwas antiquierten Namen» ab, wie Stiftungsvorstand Marco Schmitz am Dienstag in Düsseldorf ankündigte, und arbeitet jetzt als «Sozialstiftung NRW».

An ihrem bundesweit einzigartigen Finanzkonstrukt wird hingegen nichts geändert. Die im März 1974 vom Land NRW ins Leben gerufene Stiftung erhält ihre Mittel aus den Gewinnen der Spielbanken in NRW. Gesetzlich garantiert seien jährlich 25 Millionen Euro, erläuterte Schmitz. Seit der Privatisierung sei auch die Merkur-Spielbanken-Gruppe mit ihren Standorten in Aachen, Bad Oeynhausen, Dortmund, Monheim und Duisburg verpflichtet, das fortzuführen.

«Das kann man als einen Spagat sehen», räumte der Vizevorsitzende des Stiftungsrats, Josef Neumann ein. Denn leider gebe es in Casinos auch Menschen, die der Spielsucht verfielen. Aber: «Wir schöpfen hier Gewinne von Spielbanken ab und setzen sie letztendlich für soziale Zwecke ein.» Außerdem engagiere sich die Stiftung auch im Bereich Sucht.

Insgesamt seien in fünf Jahrzehnten fast 8000 Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von einer Milliarde Euro unterstützt worden – durchschnittlich etwa 150 Projekte pro Jahr. Profitiert hätten davon Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Diakonie, das Deutsche Rote Kreuz, der Paritätische Wohlfahrtsverband und auch der Jüdische Wohlfahrtsverband.

Das Geld fließe in die Frühförderung und Bekämpfung der Kinderarmut ebenso wie in Begegnungszentren in Stadtteilen, Senioren-Projekte gegen Einsamkeit, behindertengerechte Wohnprojekte bis hin zum Engagement für Demenz- und Alzheimer-Kranke. Dass in diesem Jahr so eine hohe Summe auf den Weg gebracht werden solle, liege daran, dass in früheren Jahren – vor allem während der Corona-Pandemie – nicht alle Mittel abgeflossen seien, erklärte Schmitz. «Wir haben es nicht aufgespart in den letzten Jahren, um jetzt 50 Millionen zu haben.» Im Jubiläumsjahr sollen unter anderem fünf Millionen Euro für ein Sonder-Sommerferienprogramm für Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebensverhältnissen zur Verfügung gestellt werden.

50 Prozent der Mitglieder im obersten Entscheidungsgremium der Stiftung werden vom Landtag bestimmt. Damit sei sie eine breit aufgestellte «Parlamentsstiftung», die die demokratischen Mehrheitsverhältnisse repräsentiere, unterstrich Schmitz.