Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, spricht während eines Interviews im Landesbüro der dpa. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Essen (dpa) – NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat vom Thyssenkrupp-Vorstand eine Einbindung der Arbeitnehmer bei der Zukunftsstrategie für die Stahlsparte gefordert. «Ich erwarte, dass die Unternehmensführung einen Zukunftsplan aufstellt, der sich an der erfolgreichen Tradition unseres Landes orientiert: Einbindung der Mitbestimmung, enges Miteinander zwischen den Sozialpartnern», sagte Wüst der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung» (Dienstag).

Am Freitag hatte Thyssenkrupp mitgeteilt, dass die Stahlsparte ein Energieunternehmen als 20-Prozent-Miteigentümer bekommt: die Holding EPCG des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky. Arbeitnehmervertreter kritisieren, dass sie erst kurz vor Veröffentlichung davon erfahren hätten. An diesem Dienstag wollen Tausende Beschäftigte der Thyssenkrupp-Stahlsparte in Duisburg gegen das Vorgehen des Managements demonstrieren.

Wüst sagte: «Stahl wird weltweit gebraucht – und Stahl hat auch in Nordrhein-Westfalen eine Zukunft.» Diese Zukunft könne vor allem gelingen, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Weg gemeinsam gingen. «Ich gehe davon aus, dass die Führung von Thyssenkrupp das bei den anstehenden Aufgaben berücksichtigt. Dies ist unser klarer Anspruch.»