In NRW waren im August rund 804.000 Menschen arbeitslos gemeldet - so viele wie seit April 2010 nicht mehr. (Archivbild)
In NRW waren im August rund 804.000 Menschen arbeitslos gemeldet - so viele wie seit April 2010 nicht mehr. (Archivbild) Foto: Oliver Berg/dpa

Düsseldorf (dpa/lnw) – Die Zahl der Arbeitslosen in Nordrhein-Westfalen ist im August erstmals seit April 2010 wieder auf mehr als 800.000 gestiegen. Mit 804.000 Personen lag der Wert etwa 4.600 über der Zahl vom Juli 2025. Die Arbeitslosenquote betrug wie im Juli 8,0 Prozent, wie die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Düsseldorf mitteilte. Vor einem Jahr lag die Quote bei 7,7 Prozent. Die Bundesagentur griff für die Statistik auf Datenmaterial zurück, das bis zum 13. August vorlag.


Die Arbeitslosigkeit liege insgesamt auf einem hohen Ausgangsniveau, so die Arbeitsagentur. «Das ist eine Auswirkung der weiter anhaltenden, konjunkturell schwierigen wirtschaftlichen Lage, die Unternehmen bei der Neueinstellung von Arbeitskräften zögern lässt», hieß es.

Arbeitsagentur sieht vor allem saisonale Einflüsse als Ursache

Der aktuelle Anstieg der Arbeitslosigkeit im August gehe vor allem auf kurzfristige saisonale Einflüsse zurück. «Jedes Jahr steigt die Zahl der Arbeitslosen während der Sommerpause in der Wirtschaft.» So sei wie erwartet die Jugendarbeitslosigkeit deutlich um 4,3 Prozent gestiegen. «Nach dem Ende ihrer Ausbildung haben sich viele jüngere Menschen für eine Übergangszeit arbeitslos gemeldet.»

Für die nächsten Monate rechnet der Chef der NRW-Regionaldirektion, Roland Schüßler, aber mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit. «Zum 1. September treten viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre bereits länger schon vereinbarten neuen Arbeitsverhältnisse an.» Außerdem begännen in vielen Personalabteilungen wieder Auswahlgespräche, die perspektivisch zu weiteren Neueinstellungen führten.

Agentur-Chef mahnt: Entwicklung im Blick behalten

«Die positive Botschaft ist erst einmal, dass durch diese saisonal typische Entwicklung schon in den kommenden Monaten wieder viele Menschen zurück in Arbeit finden werden», so Schüßler. Die weitere längerfristige Entwicklung am Arbeitsmarkt müsse man aber genau im Blick behalten.