
Düsseldorf (dpa/lnw) – In Nordrhein-Westfalen sind im zurückliegenden Jahr ungewöhnlich wenige Blitze eingeschlagen. 11.057 Erdblitze zählte der Informationsdienst Aldis/Blids 2025 im Jahresverlauf. Im Vorjahr 2024 hatte das Sensornetzwerk der in Österreich ansässigen Experten mit 19.734 Einschlägen noch deutlich mehr Entladungen registriert.
In den bis 2006 zurückreichenden Daten von Aldis/Blids findet sich kein Jahr, in dem es auch nur annähernd so wenige Blitze gab, wie im vergangenen. Noch am nächsten kommen 2020 und 2022 mit 12.230 und 12.278. Einen Spitzenwert gab es im Jahr 2006 mit 53.866 registrierten Blitzen.
Doch warum war das zurückliegende Jahr so blitzarm? Nach Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war es in den typischen Blitzmonaten von Mai bis September deutlich trockener als sonst. Und der Juli war streckenweise zu kühl.
Feuchte, Energie und ein Hebeimpuls
Für Gewitter brauche man feuchte und energiereiche Luftmassen, erklärt Tanja Egerer vom DWD, zudem große Temperaturunterschiede zwischen oben und unten und einen Hebungsimpuls, der dafür sorgt, dass die Luft vom Boden nach oben kommt. Letzteres kann etwa ein Gebirge, Hitze am Boden oder auch ein Impuls aus höheren Luftschichten sein.
Zählweise ist entscheidend
Die von Aldis/Blids erhobenen Zahlen unterscheiden sich von anderen Blitzstatistiken, die daher teilweise zu deutlich anderen Ergebnissen kommen. In der hier genannten Statistik zählen nur Erdblitze – also Einschläge und keine Entladungen in den Wolken – und jeder Blitz nur einmal. Häufig kommt es nämlich vor, dass durch einen Blitzkanal in kürzester Zeit mehrere Entladungen fließen. Für Beobachter sieht das wie ein Flackern des Blitzes aus. In manchen Statistiken werden dann mehrere Blitze gezählt, in der hier vorliegenden nur einer.
