
Düsseldorf (dpa/lnw) – Die Zahl der Suizide in nordrhein-westfälischen Gefängnissen ist im vergangenen Jahr deutlich angestiegen. Wie die Landesjustizvollzugsdirektion NRW auf dpa-Anfrage mitteilte, nahmen sich 2025 insgesamt 24 Gefangene das Leben. Im Vorjahr waren es 13. Im Vergleich zu 2023 lag die Zahl jedoch noch etwas niedriger.
Jeder Suizid werde untersucht, um gegebenenfalls weitere präventive Schritte einzuleiten. Jeder Todesfall werde außerdem der zuständigen Staatsanwaltschaft gemeldet, wie der Sprecher der Landesjustizvollzugsdirektion erläuterte. Die Mitarbeiter in den Gefängnissen würden mindestens einmal jährlich zu dem Thema geschult, zudem gebe es in allen Anstalten Suizidpräventionsbeauftragte.
Die Vorsorgemaßnahmen reichten von einer Einschätzung der Gefährdung jedes Gefangenen bis hin zu besonderen Sicherungsmaßnahmen bei akuter Suizidalität.
Da den Gefangenen Grundrechte zum Schutz ihrer Privat- und Intimsphäre zustehen, werde sich trotz aller Bemühungen auch künftig nicht jeder Suizid verhindern lassen, hieß es weiter. In Nordrhein-Westfalen befinden sich aktuell rund 14.000 Menschen in Haft. Jährlich durchlaufen etwa 30.000 bis 40.000 Gefangene den Justizvollzug.
