Schlappe an alter Wirkungsstätte: Gladbach-Coach Eugen Polanski
Schlappe an alter Wirkungsstätte: Gladbach-Coach Eugen Polanski Foto: Uwe Anspach/dpa

Sinsheim (dpa) – Die Verantwortlichen bei Borussia Mönchengladbach haben nach der 1:5-Schlappe bei der TSG Hoffenheim wenig Mitleid mit ihren Prügelknaben gezeigt. «Wir fahren ja mit dem Bus nach Hause, was ein bisschen länger dauert. Da kann man sich mehr Gedanken machen», sagte Sportchef Rouven Schröder. 


Kopfschüttelnd analysierte der 50-Jährige die Partie, in der seine Mannschaft zum Abschluss der Bundesliga-Vorrunde zeitweise gnadenlos vorgeführt worden war: «Wir waren einfach nicht da.» Nach dem 4:0 zum Jahresauftakt gegen den FC Augsburg hatten die Gladbacher gehofft, dass dieses «Hoch und runter und wieder hoch und runter» (Schröder) in dieser Saison auch mal aufhört. 

Doch vor 20.750 Zuschauern in Sinsheim trafen neben dem überragenden Andrej Kramaric (22./Foulelfmeter, 45.+1/45.+4) noch Tim Lemperle (24.) und Max Moerstedt (77.) für die ganz starken Hoffenheimer. Erst als die Kraichgauer längst in den Verwaltungsmodus übergegangen waren, erzielte Shuto Machino das einzige Tor der Gäste (68.).

Coach Polanski: Hat «was mit Mentalität zu tun»

«Wenn wir den nächsten Step machen wollen, sind wir nicht da. Wahrscheinlich sind wir zu weich», urteilte Borussia-Trainer Eugen Polanski, den die Lehrstunde bei seinem früheren Club besonders weh tat. Der einstige Hoffenheimer Kapitän kündigte für die Analyse an: «Jetzt reden wir die zweite Halbzeit von heute nicht mehr positiv, wir werden von der ersten Halbzeit reden.» Wenn die Spieler nur «50, 60, 70 Prozent» zeigen würden, dann habe das «was mit Mentalität zu tun».

Rocco Reitz wollte auch erst gar nichts schönreden. «Wir haben vieles vermissen lassen, die Räume wieder vor der Kette viel zu groß gelassen. Das war zu wenig Kommunikation, zu wenig Intensität. Nenne man es, wie man wolle: Es war einfach zu wenig», sagte der Kapitän bei Sky.