Rabbiner und Kantor Aaron Malinski, Vlad Ilstein, Vorsitzender des Kulturvereins Schalom, Florian Genbrock (CDU Heiligenhaus) und Ataman Yilderim von der Jüdisch-christlich-muslimischen Gesellschaft ILAN e.V. Foto: Alexander Heinz
Rabbiner und Kantor Aaron Malinski, Vlad Ilstein, Vorsitzender des Kulturvereins Schalom, Florian Genbrock (CDU Heiligenhaus) und Ataman Yilderim von der Jüdisch-christlich-muslimischen Gesellschaft ILAN e.V. Foto: Alexander Heinz

Ratingen. Im Dezember wurde der Angersaal der Stadthalle Ratingen zum Ort einer besonderen Begegnung: Der Jüdischer Kulturverein Schalom Ratingen hatte zum Chanukka-Fest eingeladen und zahlreiche Gäste folgten der Einladung, um das jüdische Lichterfest gemeinsam zu feiern.


Der Vorsitzende des Vereins, Vlad Ilstein, begrüßte Menschen jüdischen und nichtjüdischen Glaubens gleichermaßen. Neben Vertreterinnen und Vertretern aus Stadtgesellschaft und Politik waren auch zahlreiche Repräsentanten der Verwaltung anwesend – nicht nur aus Ratingen, sondern auch aus den weiteren großen Städten des Kreis Mettmann. Viele Gäste betonten ihre Freude darüber, in Ratingen willkommen zu sein und dieses Fest gemeinsam begehen zu dürfen.

Im Mittelpunkt des Abends stand die Bedeutung des Chanukka-Festes und der neunarmige jüdische Kerzenleuchter, die Chanukkia. In seiner Einführung erläuterte Vlad Ilstein die Geschichte der neun Lichter: Acht Kerzen erinnern an das Wunder des Tempels von Jerusalem, bei dem das geweihte Öl nach der Überlieferung acht Tage lang brannte, obwohl es nur für einen Tag ausgereicht hätte. Die neunte Kerze, der sogenannte Schamasch, dient dazu, die übrigen Lichter zu entzünden. Neben der großen Chanukkia des Vereins wurde an diesem Abend auch ein historischer Leuchter aus vergangenen Tagen verwendet, der dem Vorsitzenden erst kürzlich übergeben worden war.

Ein besonderer Moment war das Entzünden der ersten Kerzen. Diese Aufgabe übernahmen der Ehrenvorsitzende des Vereins Vadym Friedmann sowie der ehemalige Erste Beigeordnete der Stadt Ratingen Edzard Traumann, die den Kulturverein seinerzeit gemeinsam mit großem persönlichem Engagement ins Leben gerufen hatten.

Für die musikalische Untermalung sorgte ein Ensemble aus Künstlerinnen und Künstlern, das dem Mitglieder- und Freundeskreis des Kulturvereins entstammt. Die Musik begleitete das Fest stimmungsvoll und trug wesentlich zur feierlichen Atmosphäre bei. Inhaltlich ergänzt wurde das Programm durch Vorträge, unter anderem von Kantor und Rabbiner Aaron Malinski, der religiöse und kulturelle Aspekte des Chanukka-Festes einordnete.

Zum Abschluss waren alle Gäste zu einem gemeinsamen Essen und zum Austausch ins Foyer eingeladen. Die Speisen wurden von Mitgliedern des Vereins in Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Caterer aus der Ukraine zusammengestellt und boten einen weiteren Anlass für Gespräche und Begegnungen.

Der jüdische Kulturverein Schalom ist seit dem vergangenen Jahr neu aufgestellt und verfolgt klare Ziele: Künftig möchte der Verein jüdisches Leben im Kreis Mettmann transparenter, offener und sichtbarer machen. Mit Veranstaltungen wie dem Chanukka-Fest soll ein deutliches Zeichen für Versöhnung, gegenseitige Akzeptanz und ein respektvolles Miteinander der Kulturen und Religionen gesetzt werden – ein Anspruch, der an diesem Abend im Angersaal eindrucksvoll gelebt wurde.