Bürgermeiste Patrick Anders ist gut auf der grossen Bühne angekommen, Bild: Alexander Heinz
Bürgermeiste Patrick Anders ist gut auf der grossen Bühne angekommen, Bild: Alexander Heinz

Ratingen. Mit einem feierlichen Bürgermeisterempfang ist die Stadt Ratingen am 16. Januar in das neue Jahr gestartet – und zugleich in ein besonderes: das Jubiläumsjahr. Rund 450 Gäste aus nahezu allen Bereichen des Stadtlebens waren der Einladung des neuen Bürgermeisters gefolgt. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung, aus Wirtschaft und Ehrenamt, aus Kultur, Sport, Sozialwesen und Bildung nutzten den Abend, um gemeinsam auf das zu blicken, was hinter und vor der Stadt liegt: Erreichtes – und das nächste Kapitel.


Den Ton des Abends gab dabei nicht lange eine Rede vor, sondern Musik. Das Ensemble „Schlagfertig“ der Musikschule Ratingen eröffnete das Rahmenprogramm und prägte damit von Beginn an die Dynamik der Veranstaltung. Was zunächst wie ein schwungvoller Auftakt begann, entwickelte sich im Laufe des Abends zu einem künstlerischen Höhepunkt, der viele Gäste sichtbar fesselte. Besonders eindrucksvoll geriet der Auftritt des Solotrompeters Lutz Kniep: In einer eigens für diesen Abend inszenierten Symbiose aus Lasershow und emphatischem Trompetenklang entstand ein Moment, der nicht nur unterhielt, sondern viele spürbar berührte.

Auch der Filmbeitrag über Ratingen traf den Nerv des Publikums. Teilweise kaskadierende Bilder „aus der Stadt, über die Stadt und von der Stadt“ verbanden sich mit bewusst monoton wiederkehrenden Klängen zu einer dichten Atmosphäre. Bei manchen Gästen stellte sich dabei ein Gefühl ein, das den Kern des Abends gut zusammenfasste: Ratingen hat viel erreicht – und ist zugleich nicht müde, dem Guten noch etwas Besseres folgen zu lassen.

Aussichten und Ansichten

In moderierten Bühnentalks führte René le Riche durch das Programm und bot einen ersten Einblick in das geplante Jubiläumsprogramm. Auf der Bühne standen unter anderem Dr. Edgar Dullni, Baas der Ratinger Jonges, Thomas Frühbus, Sprecher der Standortinitiative „InWest“, sowie Christian Pannes, der als „Createur“ des „Jubibieres 1276“ einen ebenso besonderen wie bodenständigen Blick auf das kommende Jahr und der Besonderheit seines Bieres beisteuerte. So wurde aus einem Empfang mehr als ein gesellschaftliches Treffen: Der Abend entwickelte sich zur Vorschau auf ein Jahr, das in vielen Formaten und Projekten Gemeinschaft und Zusammenhalt sichtbar machen soll.

Der Bürgermeister selbst nutzte den Empfang nach eigenem Verständnis nicht nur zur Einstimmung, sondern auch, um gleich zu Jahresbeginn klare Botschaften zu setzen. Er hat den Abend als Auftakt in ein Jubiläumsjahr beschrieben, das in vielen Facetten unterstreichen werde, was die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger ausmache. Gleichzeitig hat er betont, dass Ratingen nach vorn schauen und handeln wolle: Man wolle investieren statt zu lamentieren – und zwar in die Zukunft, vor allem in Kinder und Bildung. Attraktiv zu bleiben und noch attraktiver zu werden für junge Familien sei aus seiner Sicht nicht nur gesellschaftspolitisch bedeutsam, sondern auch notwendig, um die soziale und wirtschaftliche Prosperität der Stadt dauerhaft zu sichern. Diese Stabilität wiederum sei die Grundlage dafür, auch künftig Investitionen in die Stadtentwicklung ermöglichen zu können.

Darüber hinaus hat er als Bürgermeister angekündigt, dass Ratingen digitaler, moderner und effizienter werden solle. Diesen Weg habe man gemeinsam mit dem Rat bereits erfolgreich begonnen, und er wolle ihn konsequent fortsetzen. Insgesamt hat er die Linie formuliert, die den Abend wie eine Klammer zusammenhielt: Ratingen solle weiterentwickelt werden, Schönes solle erhalten bleiben – und dort, wo es notwendig sei oder werde, solle die Stadt besser werden. Als „Wir“ habe er dabei ausdrücklich die ehrenamtlich engagierten Mitglieder des Rates, die hoch motivierten Kolleginnen und Kollegen der Stadtverwaltung und sich selbst verstanden. Sein Appell an das Publikum: Das Jubiläumsjahr solle genutzt werden, um gemeinsam für Ratingen anzupacken.

Nach dem offiziellen Teil klang der Abend beim „Get together“ aus. Bei Fingerfood und Getränken nach persönlicher Präferenz kamen die Gäste miteinander ins Gespräch – und konnten sich auch direkt mit dem Bürgermeister austauschen. So endete der Neujahrsempfang, wie er begonnen hatte: im Takt einer Stadt, die sich ihrer Stärke bewusst ist – und dennoch weitergehen will.