Berit Schlüter steht vor der Amundsen-Scott-Südpolstation.
Berit Schlüter steht vor der Amundsen-Scott-Südpolstation. Foto: Berit Schlüter/ICECube/NSF/dpa

Münster (dpa/lnw) – Endlich mal wieder etwas Frisches essen und mal wieder den gewohnten Tag-Nacht-Rhythmus erleben: Die Physikerin Berit Schlüter kehrt nach über zwei Monaten am Südpol in den nächsten Tagen über den Zwischenstopp Neuseeland nach Deutschland zurück. Am meisten freut sich die 27-Jährige auf Schlaf in der Nacht ohne die am Südpol dauernd scheinende Sonne. Und auf einen frischen Salat, wie die Doktorandin in einem Mediengespräch vor ihrer Rückkehr nach Deutschland bei einer Schalte über Satellit sagte.


Schlüter stammt aus Ibbenbüren an der Landesgrenze zu Niedersachsen und forscht an der Uni Münster. Für mehrere Monate war sie Teil des Teams von internationalen Physikern, die im IceCube-Observatorium an der Amundsen-Scott-Südpolstation Grundlagenforschung betreibt. Dazu werden unter der Eisfläche Detektoren als Messpunkte platziert, um die Wechselwirkung von Neutronen mit dem Eis zu untersuchen. Neutronen sind Teil der Atomkerne. In den zurückliegenden Wochen wurde eine neue Generation dieser in Münster am Institut für Kernphysik entwickelten empfindlicheren Sensoren platziert. Schlüter half dabei mit.

Ursprünglich noch Urlaub geplant

Die 27-Jährige hatte ursprünglich noch Urlaub in Neuseeland geplant. «Ich habe aber jetzt das Bedürfnis, meinen Verlobten und meine Familie zu sehen und werde wohl direkt nach Hause fliegen», sagte die Wissenschaftlerin. Das durchgehende Licht am Südpol zu dieser Jahreszeit sei für sie schon ein Problem gewesen. «Ich war oft länger wach als ich wollte. Du redest hier mit den anderen und merkst nicht, wie spät es schon ist.»

Anfangs habe sie in einem beheizten Zelt übernachtet, das aber nicht komplett abgedunkelt werden konnte. Erst später habe sie ein Zimmer mit Fenstern gehabt, in dem das Schlafen besser ging.