Noch laufen die letzten Arbeiten - doch in einigen Monaten soll auch das Hologramm von Eva Weyl ein Teil der Ausstellung in Essen werden. (Archivbild)
Noch laufen die letzten Arbeiten - doch in einigen Monaten soll auch das Hologramm von Eva Weyl ein Teil der Ausstellung in Essen werden. (Archivbild) Foto: Bernd Thissen/dpa

Essen (dpa/lnw) – Zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus eröffnet Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Dienstag eine Ausstellung, die Holocaust-Überlebenden eine Stimme für die Ewigkeit geben soll. Mit moderner Hologramm-Technik und Künstlicher Intelligenz (KI) sollen Ausstellungsbesucher auf Zeche Zollverein in Essen in eine «lebendige Interaktion» mit Zeitzeugen kommen. Besucher können Fragen stellen – und das dreidimensionale Lichtbild von Holocaust-Überlebenden antwortet darauf.


«Wir brauchen ihre authentischen Schilderungen, um eine Ahnung davon zu bekommen, welches Leid sie erfahren mussten – und welche Schuld die Mitläufer und Schweiger auf sich geladen haben», sagte Kulturministerin Ina Brandes (CDU).

Voraussetzung für das Projekt von Kulturministerium und Uni Dortmund sind umfangreiche Interviews, die mit Zeitzeugen geführt wurden. Im Laufe der Zeit soll die Ausstellung um weitere Hologramme von Holocaust-Überlebenden ergänzt werden.

 

Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Abraham Lehrer, sprach von einem «Leuchtturm»-Projekt, das «die Erinnerungen der Shoah-Überlebenden auch für kommende Generationen erhalten und hautnah erlebbar» mache.

Für Besucher öffnet die kostenlose Ausstellung am Mittwoch.

Auschwitz steht für das Grauen des Holocaust

Der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus findet am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee statt. Rund 1,1 Millionen Menschen wurden dort zwischen 1940 und 1945 erschossen, in Gaskammern ermordet oder starben an Hunger und Krankheiten – die meisten von ihnen waren Juden. Am 27. Januar 1945 erreichten sowjetische Soldaten das Lager im von der Wehrmacht besetzten Polen und befreiten etwa 7.000 Überlebende.

Am Nachmittag (16.00 Uhr) findet auch im nordrhein-westfälischen Landtag eine Gedenkveranstaltung statt. Ein besonderer Schwerpunkt der Erinnerung liegt in diesem Jahr auf dem Schicksal verfolgter sexueller Minderheiten.