
Düsseldorf (dpa/lnw) – Verbraucherinnen und Verbraucher können durch einen Wechsel ihres Stromanbieters Geld sparen. Darauf hat die Verbraucherzentrale NRW hingewiesen. Hintergrund ist, dass durch einen Milliarden-Zuschuss des Bundes seit Jahresbeginn fast alle Stromlieferanten weniger für den Stromtransport zahlen müssen.
Doch nicht alle Lieferanten gäben den Zuschuss weiter: «Wenn Verbraucher:innen bisher keine Mitteilung über sinkende Preise erhalten haben, oder ihnen sogar eine Preiserhöhung vorliegt, lohnt sich in der Regel ein Stromanbieter-Wechsel», erklärte die Energieexpertin der Verbraucherzentrale NRW, Christina Wallraf. «Besonders Verbraucher:innen in der Grundversorgung zahlen durchschnittlich die höchsten Strompreise, hier lohnt sich ein Anbieterwechsel in den meisten Fällen.»
Neukundenpreis oft unter 30 Cent je Kilowattstunde
Der Grundversorgungstarif in NRW koste derzeit im Durchschnitt 36 Cent pro Kilowattstunde. In vielen Regionen liegen die Strompreise für Neukunden aber bei unter 30 Cent pro Kilowattstunde, wie die Verbraucherschützer erklären. «Allerdings müssen Bestandskunden oftmals erst aktiv werden, um von den gesunkenen Preisen zu profitieren – denn viele Anbieter halten ihre Preise für Bestandskunden konstant», so Wallraf weiter. Bei der Prüfung eines bestehenden Vertrags sei es wichtig, Restlaufzeit und Kündigungsfrist festzustellen, um den richtigen Zeitpunkt für einen Anbieterwechsel zu finden.
Verbraucher in der Grundversorgung mit einem jährlichen Stromverbrauch von rund 3.000 Kilowattstunden könnten durchschnittlich 330 Euro durch einen Anbieterwechsel sparen. Haushalte mit einem Sondertarif des Grundversorgers könnten im Schnitt 170 Euro durch den Anbieterwechsel sparen. Als Vorteil der Grundversorgung nennt die Verbraucherzentrale die Möglichkeit, jederzeit mit einer zweiwöchigen Frist Anbieter oder Tarif wechseln zu können.
Verbraucher sollen Vergleichsportale nutzen
Die Verbraucherzentrale riet wechselwilligen Stromkunden, die Tarife der Anbieter mit Hilfe von Online-Vergleichsportalen zu vergleichen. Dabei sei auf die richtigen Filtereinstellungen zu achten. So sollten Verbraucher etwa den Filter «direkte Wechselmöglichkeit» nicht verwenden.
Einen möglichen neuen Anbieter solle man mit einer kurzen Internetrecherche überprüfen. Damit könne man feststellen, ob der Anbieter durch sein Handeln in der Vergangenheit negativ aufgefallen sei. «Verbraucher:innen sollten sich nicht allein auf die Bewertungen in Vergleichsportalen verlassen», warnt die Verbraucherzentrale.
