
Lingen/Essen (dpa) – Der Energiekonzern RWE baut am Kraftwerkstandort in Lingen einen weiteren Batteriespeicher. Mit 400 Megawatt Leistung werde er der größte Batteriespeicher Niedersachsens sein, teilte das Unternehmen in Essen mit. Die Investitionsentscheidung sei jetzt getroffen worden. Wie viel investiert wird, teilte RWE nicht mit.
Die Speicherkapazität soll mindestens 800 Megawattstunden betragen. Zum Vergleich: Diese Strommenge entspricht bei einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden dem Bedarf von rund 200 Haushalten. Die Bauarbeiten sollen kommende Woche beginnen. Die Anlage soll 2028 in Betrieb gehen. RWE betreibt in Lingen bereits einen Batteriespeicher mit einer Leistung von 45 Megawatt.
Batteriespeicher soll Netzstabilität absichern
Der neue Speicher soll vor allem der Stabilisierung des Stromnetzes dienen. «Unser neuer Batteriespeicher in Lingen wird je nach Bedarf binnen weniger Millisekunden Leistung aufnehmen oder einspeisen. Damit leistet er einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität und zu verlässlichen Strompreisen», sagte der Chef der Stromerzeugungssparte RWE Generation, Nikolaus Valerius.
RWE betreibt Batteriespeicher in den USA, in Europa und Australien. Ende September 2025 lag die Gesamtleistung bei 1.200 Megawatt. Mehr als 2.700 Megawatt sind im Bau.
RWE-Speicherprojekt in Bayern kostet 230 Millionen Euro
In Deutschland baut RWE derzeit unter anderem im bayerischen Gundremmingen einen weiteren Batteriespeicher. Auch diese Anlage soll eine Leistung von 400 Megawatt haben. Die Speicherkapazität soll bei 700 Megawattstunden liegen. Die Anlage soll Anfang 2027 ihren Betrieb aufnehmen. Die Investitionskosten für Gundremmingen hatte RWE im Oktober 2025 mit rund 230 Millionen Euro angegeben.
