Düsseldorf (dpa) – Das Urteil gegen die non-binäre Person Maja T. in Budapest hat in Düsseldorf zu einem Tumult im Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts und zum Abbruch der Verhandlung geführt. Nach Bekanntwerden des Urteils waren im Zuschauerbereich rund 40 bis 50 Menschen aufgesprungen und hatten skandiert «Wir sind Antifa!» Viele Zuschauer trugen T-Shirts mit der Aufschrift «Free Maja».
Dort findet ein Prozess gegen sechs mutmaßliche Linksextremisten aus Jena und Leipzig statt. Der Vorsitzende Richter ließ den Saal räumen und die Personalien der T-Shirt-Träger aufnehmen. Die Verhandlung wurde abgebrochen und soll am kommenden Prozesstag fortgesetzt werden.
Acht Jahre Haft
Das Budapester Stadtgericht hat Maja T. zu einer Gefängnisstrafe von acht Jahren verurteilt. Richter Jozsef Sos sah es als erwiesen an, dass die 25-jährige Person aus der linken Szene in Deutschland an blutigen Angriffen auf mutmaßliche Rechtsextremisten in Budapest beteiligt war.
In Düsseldorf müssen sich fünf junge Frauen und ein Mann wegen versuchten Mordes verantworten. Auch sie sollen an den Angriffen auf mutmaßliche Rechtsextremisten in Budapest beteiligt gewesen sein.
Die Angeklagten aus Jena und Leipzig sind 22 bis 25 Jahren Jahre alt und sollen Mitglieder der Antifa-Ost sein. Der Generalbundesanwalt stuft die Antifa-Ost als militante, linksextreme Vereinigung ein.
Angriffe am Rande eines SS-Gedenkens
Rund 20 deutsche und andere mutmaßliche Linksextremisten hatten zwischen dem 9. und 11. Februar 2023 an fünf Stellen der ungarischen Hauptstadt Menschen mit Teleskop-Schlagstöcken, Gummihämmern und Pfefferspray angegriffen, unter ihnen ein deutsches Paar.
Von ihren Opfern nahmen die Angreifer an, dass sie am sogenannten «Tag der Ehre» teilgenommen hatten, einem jährlichen SS-Gedenken, das die Behörden in Budapest tolerieren. Bei den Angriffen sollen neun Menschen verletzt worden sein, vier von ihnen schwer.

