Das Landgericht hat drei Männer aus Köln und Leverkusen wegen eines großangelegten Drogenhandels zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. (Symbolbild)
Das Landgericht hat drei Männer aus Köln und Leverkusen wegen eines großangelegten Drogenhandels zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. (Symbolbild) Foto: Roberto Pfeil/dpa

Düsseldorf (dpa/lnw) – In einem Fall von großangelegtem Drogenhandel mit Millionengewinnen hat das Landgericht Düsseldorf drei Männer aus Köln und Leverkusen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Gegen den Hauptangeklagten, einen 36-Jährigen aus Köln, verhängte die elfte Strafkammer eine Haftstrafe von neuneinhalb Jahren.


Der Mann hatte im Prozess gestanden, in großem Stil international mit Drogen gehandelt und damit Millionen verdient zu haben. Die Anklage nannte 15 Fälle zwischen Dezember 2019 und Januar 2025, bei denen er ein Vermögen von rund zehn Millionen Euro erwirtschaftet haben soll. Der Staatsanwalt hatte 14 Jahre Gefängnis für den Mann gefordert.

Verurteilt zu neuneinhalb, sieben und viereinhalb Jahren Haft

Gegen einen mitangeklagten gleichaltrigen Komplizen aus Köln sowie gegen einen 35-jährigen Helfer aus Leverkusen verhängten die Düsseldorfer Richter Haftstrafen von sieben beziehungsweise viereinhalb Jahren. Auch hier hatte die Staatsanwaltschaft längere Haftstrafen gefordert.

Die Drogendeals waren über vermeintlich abhörsichere Krypto-Handys abgewickelt worden. Deren verschlüsseltes Kommunikationssystem Encrochat hatten französische Ermittler vor Jahren geknackt und den riesigen Datensatz dann mit europäischen Kollegen geteilt. Dem Gericht standen daher umfangreiche Chatprotokolle zu den Drogengeschäften zur Verfügung.

Verbindungen nach Kolumbien

Die Verbindungen reichten laut Anklage bis nach Kolumbien. So soll der Haupttäter gemeinsam mit anderen 2021 in dem südamerikanischen Land 750 Kilo Kokain im Wert von 50 Millionen Euro bestellt haben. Das Vorhaben scheiterte, weil das Boot der Drogenschmuggler im Januar 2021 beim Umladen auf hoher See der US-Küstenwache auffiel. Die Bootsbesatzung warf die Drogen über Bord und flüchtete.

Der Prozess hatte Ende November begonnen. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.