
Mönchengladbach (dpa) – Das größte Kompliment erhielt Geburtstagskind Yannik Engelhardt von seinem immer noch schmerzlich vermissten Mannschaftskameraden Tim Kleindienst. «Er ist der beste Sechser», lobte der Nationalspieler den starken Mönchengladbacher Torschützen nach dem mehr als verdienten 1:1 (1:1) gegen Bayer Leverkusen.
Der zweite Saisontreffer des 25-Jahre alten Leihspielers von Como 1907 zum frühen 1:0 gegen den DFB-Pokal-Halbfinalisten war die Initialzündung für eine reife Leistung vor allem in der ersten Halbzeit gegen die favorisierten Leverkusener. Mit dem Remis mussten sich die nur drei Punkte vom Relegationsplatz entfernten Gladbacher aber am Ende zufriedengeben.
«Wenn wir uns mehr ärgern als freuen, sagt das viel über unsere Leistung aus», befand Borussias Chefcoach Eugen Polanski, der sein Team optimal auf die Stärken des Meisters von 2024 eingestellt und Hoffnung auf einen besseren Saisonverlauf geweckt hat. Trotz des erneut verpassten Punkte-Dreiers wollte der 39-Jährige von einer verpassten großen Chance nichts wissen. «Ein Sieg wäre kein Befreiungsschlag gewesen, dafür ist die Tabelle zu eng. Da muss schon eine Serie kommen», sagte Polanski.
Rückendeckung für Polanski zahlt sich aus
Rouven Schröder sieht sich mit der Rückendeckung für den jungen Borussen-Trainer bestätigt. «Wenn die Mannschaft so spielt und so geschlossen ist und so ein Spirit in der Kabine ist, bleiben wir definitiv in der Bundesliga», sagte Gladbachs Sportchef, der als Nachfolger von Roland Virkus schon viel bewegt hat im Borussia-Park.
Engelhardt ist ein Beispiel für den Spirit im Team. Vor seinem Treffer zum 1:0 hat er den Ball selbst erobert und sich dann mit seinem Tor nach dem abgewehrten ersten Schuss von Haris Tabakovic selbst belohnt. «Das hat bei meinem Tor sehr gut funktioniert, als wir den Ball am Leverkusener Strafraum gewinnen konnten. Jetzt müssen wir diese Spielfreude von heute bewahren und den Schwung mitnehmen», sagte der defensive Mittelfeldspieler, der für viel Stabilität sorgt und aus der Mannschaft gar nicht mehr wegzudenken ist.
«Wir haben zu müde gespielt»
Wie stark die Gastgeber den Champions-League-Teilnehmer bespielt haben, drückte die Maßnahme von Bayer-Coach Kasper Hjulmand aus. Erstmals hat der Trainer seine Defensivkette nach der Pause auf eine Viererreihe aufgestockt und prompt kam die Bayer-Elf besser ins Spiel. Dennoch ärgerte sich der Däne über den Auftritt seiner Mannschaft. «Ich glaube, wir haben zu müde gespielt und am Anfang zwei große Fehler gemacht. Das war eigentlich eine Warnung», sagte Hjulmand.
«Darüber müssen wir reden. Wir müssen schneller spielen, schneller reagieren und mit mehr Intensität spielen», erklärte er. Dass es in der zweiten Halbzeit besser lief, war natürlich, der Punktgewinn aber zu wenig im Kampf um die Plätze für die Champions-League-Qualifikation.
