Ratingen | In Ratingen-Hösel wächst der Druck, die traditionsreiche Boltenburg („Bolte“) dauerhaft zu erhalten. Auf Initiative des Kulturkreises Hösel haben sich mehrere Vereine und die katholische Kirchengemeinde zusammengetan und eine gemeinsame Resolution an die Fraktionen im Rat der Stadt geschickt. Parallel ging der Aufruf an den Vorsitzenden des Bezirksausschusses Ratingen-Hösel/Eggerscheidt sowie an die Medien. Ziel ist es, Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit für die Bedeutung des Hauses zu sensibilisieren und konkrete Schritte zur Sicherung des Standorts anzustoßen.
Die Unterzeichner sind überzeugt: Die Boltenburg ist nicht nur eines der letzten historischen Gebäude im Ort, sondern seit Generationen ein zentraler Treffpunkt und Kommunikationsort für die Orts- und Stadtgesellschaft. Hier begegnen sich Menschen über Alters- und Vereinsgrenzen hinweg – bei Feiern, Versammlungen, Stammtischen oder einfach im Alltag. Ein Wegfall, so heißt es in der Initiative, wäre für das gesellschaftliche Leben in Hösel ein herber Verlust.
In der Resolution wird zudem auf die lange Geschichte des Hauses verwiesen: Bereits im 17. Jahrhundert sei die Boltenburg als Hof erwähnt worden. Seit 1912 lasse sich eine Nutzung als Brennerei sowie als Gast- und Schankwirtschaft nachweisen. Gerade diese historische Kontinuität und die Ortsbild prägende Bedeutung seien aus Sicht der Initiatoren starke Argumente dafür, den Schutzstatus des Gebäudes prüfen zu lassen und langfristige Erhaltungsmaßnahmen auf den Weg zu bringen.
Aktuell ist die Zukunft der Bolte dennoch nicht endgültig gesichert. Nach Angaben der Initiatoren gibt es zwar eine Lösung für den unmittelbaren Betrieb: Der Pachtvertrag sei mit einem neuen Pächter zunächst für ein Jahr abgeschlossen worden. Das verschaffe Luft – ersetze aber keine dauerhafte Perspektive. Die Resolution fordert deshalb, über kurzfristige Übergänge hinaus zu planen und ein tragfähiges Konzept zu entwickeln, das die Gaststätte und den Treffpunkt dauerhaft erhält.
Unterzeichnet wurde der Aufruf von fünf Vereinen und der katholischen Kirchengemeinde; zudem liegt nach Angaben der Initiatoren auch eine mündliche Zustimmung einer weiteren Vertreterin vor. In ihrem Begleitschreiben bitten die Initiatoren die Ratsfraktionen, die Resolution an ihre Fraktionsmitglieder weiterzuleiten – besonders an die gewählten Mitglieder im Bezirksausschuss Hösel/Eggerscheidt. Zugleich richtet sich der Appell an die Medien: Man wünsche sich sichtbare Unterstützung, damit die Boltenburg als historisches Gebäude und lebendiger Ort der Begegnung erhalten bleibt.

