Der Lampion 2024 in der Menge. "Jeck mit Respekt", auch heute noch Aktuell aber nicht mehr das Motto, Bild: Alexander Heinz
Der Lampion 2024 in der Menge. "Jeck mit Respekt", auch heute noch Aktuell aber nicht mehr das Motto, Bild: Alexander Heinz

Ratingen | In einer unscheinbaren Wagenbauhalle an der Wedauer Straße wächst gerade etwas heran, das in wenigen Tagen durch Lintorf rollen und dabei ziemlich sicher für hochgezogene Augenbrauen sorgen wird. Die Lampisten – Ratingens „etwas anderer Karnevalsverein“, gegründet 2019 – stehen für Mottowagen mit Haltung: lokal verankert, gesellschaftskritisch, aber immer mit Humor und handwerklichem Anspruch.


Hinter dem Verein stehen Menschen, die nicht nur bauen, sondern auch organisieren: Vorsitzende Melanie Meyer, ihr Stellvertreter Niklas Golz und Geschäftsführer Andreas Kaufmann. Sie wurden zuletzt im Amt bestätigt – ein Signal für Kontinuität in einem Verein, der längst über die Session hinaus wirkt.

1500 Stunden – und dann fällt die Hülle

Am Samstag, 14. Februar 2026, um 16:30 Uhr ist es so weit: In der Wagenbauhalle (Wedauer Straße 34) lassen die Lampisten „die Hüllen fallen“ – die Wagenenthüllung der Session 2025/26.
Das Motto klingt nach Stadtjubiläum – und genau darum geht’s: „Wir starten die Rakete 🚀 für 750 Jahre Ratingen“.
Wer die Lampisten kennt, weiß: So ein Motto ist bei ihnen nie nur Dekoration. In der Halle entsteht der fünfte große Mottowagen, gebaut von einem Kernteam aus rund 18 Mitgliedern – mit etwa 1500 ehrenamtlichen Arbeitsstunden und einer angekündigten Lichtkonstruktion als Teil des Motivs.
Und genau hier liegt die Spannung: Bis zuletzt bleibt vieles verdeckt – damit der Moment der Enthüllung knallt. Ein kurzer Blick, ein kollektives Einatmen, dann steht er da: der „kleine Lampion“ in seiner neuen Gestalt.

Erst der Samstag – dann der erste Einsatz

Der dramatische Zeitplan ist kein Zufall. Schon am Sonntag, 15. Februar 2026, ab 14:11 Uhr geht’s für den Wagen zum ersten Mal auf die Straße – beim Kinderkarnevalszug in Lintorf des RaKiKa e.V..
Und wer Samstag nicht kann: Ja, natürlich wird man den Wagen in den beiden Ratinger Zügen in seiner ganzen Pracht bestaunen können – rollend, strahlend, im Kamelle-Regen. Aber: Nur am Samstag gibt es die seltene Gelegenheit, ganz nah heranzukommen. Nah an die Details, die man am Zugweg kaum erkennt. Und vor allem: nah an die Erbauer, die erzählen können, wie aus Idee, Draht, Farbe, Technik – und sehr viel Geduld – ein Statement auf Rädern wird.

Mehr als Karneval: Projekte mit Wirkung

Die Lampisten sind längst mehr als eine jecke Wagenbau-Truppe. Sie stemmen Veranstaltungen, die Lintorf zusammenbringen – und dabei konsequent den guten Zweck im Blick behalten. Dazu gehört das Lintorf Open Air: 2024 kamen 20.350 Euro für den Sozialdienst Katholischer Frauen Ratingen zusammen; 2025 sollen Erlöse u. a. an die Elterninitiative Kinderkrebsklinik Düsseldorf und die Hospizbewegung Ratingen gehen.
Dazu kommen das Weihnachtssingen „Lommer senge“ (zuletzt rund 800 Besucher) sowie Formate wie Kneipenquiz und weitere Gemeinschaftsaktionen – vom Feiern bis zum klaren gesellschaftlichen Zeichen.
Samstag ist der Schlüsselmoment. Wer den Wagen nicht nur sehen, sondern verstehen will – wer wissen will, was eine „Rakete“ im Ratinger Karneval wirklich bedeutet – der sollte um 16:30 Uhr an der Wedauer Straße sein. Denn danach rollt die Idee los. Und dann ist das Geheimnis kein Geheimnis mehr.