
Düsseldorf (dpa/lnw) – Die Zahl der Abschiebungen aus Nordrhein-Westfalen ist im vergangenen Jahr gestiegen. 2025 gab es nach Angaben des NRW-Fluchtministeriums insgesamt 4.784 Rückführungen und Überstellungen an andere für die Asylverfahren eigentlich zuständige EU-Länder. Das waren 384 Abschiebungen mehr als im Jahr 2024. Zuerst hatte die «Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung» (NRZ) berichtet.
Zu den häufigsten Zielstaaten zählten laut Statistik der Bundespolizei 2025 die Türkei (389), Serbien (313) und Albanien (286). Es folgten Georgien (222), Marokko (222) und Nordmazedonien (210) sowie der Irak (193). Auch nach Algerien, Bulgarien und in den Kosovo wurden Menschen abgeschoben.
Auch mehr freiwillige Ausreisen
Nach vorläufigen Angaben der Landesregierung von November ist 2025 auch die Zahl der freiwilligen Ausreisen von Asylbewerbern ohne Bleibeperspektive gestiegen. Demnach hatten zwischen Januar und Oktober 2.122 Asylbewerber das Land freiwillig in Richtung ihrer Heimatländer verlassen. Das waren bereits mehr als im Gesamtjahr 2024, als 2.048 Menschen freiwillig ausgereist waren. Die Hauptausreisestaaten der freiwilligen Rückkehrer waren 2025 Syrien, die Türkei, der Irak, Aserbaidschan und Russland.
Zum Stichtag 30. Juni 2025 waren in Nordrhein-Westfalen 53.646 Menschen laut Ausländerzentralregister ausreisepflichtig. Die überwiegende Mehrheit (44.590) von ihnen besitzt formal eine Duldung. 9.056 Ausreisepflichtige hatten zum genannten Stichtag keine Duldung und galten daher als vollziehbar ausreisepflichtig.
Die Duldung wird erteilt, wenn die Abschiebung ausgesetzt ist. Gründe für eine Duldung können familiäre Ursachen darstellen, fehlende Reisedokumente oder auch, wenn die Person eine qualifizierte Ausbildung absolviert oder sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist.
