
Ratingen | Der Ärger über „Flughafenparker“ in Ratinger Wohnstraßen hat meist ein Missverständnis im Kern: Viele Reisende, die vom Düsseldorfer Airport abfliegen, wissen gar nicht, welche Folgen ihr geparktes Auto in den angrenzenden Stadtteilen auslöst. Wer aus einer fremden Stadt anreist, sieht vor allem eins: den Preis. Und genau hier setzen zahlreiche, unabhängig agierende Flughafen-Parkservices an, die Stellplätze abseits des Airports vermitteln oder als „Valet“-Anbieter auftreten. Für die Kundinnen und Kunden zählt häufig nur, dass die Verwahrung günstiger ist als das Parken auf den Flächen des Flughafens.
Das Problem: Wo die Fahrzeuge tatsächlich abgestellt werden, bleibt für Auftraggeber oft intransparent. Häufig werden Autos auf Flächen in den umliegenden Städten geparkt – und damit auch auf Ratinger Stadtgebiet. Für Anwohner bedeutet das volle Straßen, blockierte Parkplätze, teils längere Standzeiten und den Eindruck, die eigene Wohngegend werde zur kostenlosen Außenstelle des Flughafens.
Ärgerlich ist das Thema nicht nur für Ratingen und andere Nachbarstädte. Auch der Flughafen selbst hat ein Interesse daran, dass Reisende seine offiziellen Parkangebote nutzen – schließlich konkurrieren die externen Parkservices um dieselbe Kundschaft. Wenn Parkkunden abwandern, fehlen dem Airport Einnahmen aus den eigenen Stellflächen. Damit entsteht eine Gemengelage, in der mehrere Seiten verlieren: Anwohner, Kommunen – und der Flughafen.
In diese Diskussion fällt nun eine Nachricht, die zumindest die Hoffnung nährt, dass sich der Druck perspektivisch reduzieren könnte: FlixBus baut sein Angebot am Düsseldorfer Flughafen deutlich aus. Aus drei Linien werden sieben, täglich soll der Airport künftig bis zu 19-mal angefahren werden – bislang waren es sechs Abfahrten mit drei Linien. Neue Ziele liegen vor allem in den Niederlanden und Belgien, darunter Maastricht, Enschede, Groningen, Antwerpen und Gent. Hinzu kommen neue Direktmöglichkeiten innerhalb Deutschlands, etwa aus Münster, Bonn und Hannover. Der Fernbus-Halt liegt direkt am Terminal an Haltestelle 14 auf der Ankunftsebene.
Die Logik dahinter ist simpel: Je besser und bequemer die Anreise ohne Auto wird, desto weniger Menschen müssen überhaupt mit dem eigenen Wagen zum Airport fahren – und desto kleiner wird auch der Markt für Billig-Parkangebote, die häufig erst die Grundlage für das Abstellen von Fahrzeugen in Wohngebieten schaffen. Natürlich wird ein dichterer Fernbus-Takt das Problem nicht über Nacht lösen. Viele Reisende werden weiterhin mit dem Auto kommen, gerade aus Regionen ohne gute ÖPNV-Anbindung oder bei Abflugzeiten, die Bahn und Bus unattraktiv machen.
Aber die Ausweitung der Verbindungen ist ein Baustein, der den Trend in eine Richtung schieben kann, die in Ratingen seit Jahren gewünscht wird: weniger Fahrzeuge, die tage- oder wochenlang „irgendwo“ rund um den Airport abgestellt werden – und mehr Reisende, die für ihre An- und Abreise auf öffentliche Angebote setzen. Für viele Ratingerinnen und Ratinger ist das die zentrale Hoffnung hinter solchen Mobilitätsausbauten: dass am Ende nicht nur der Flughafen besser angebunden ist, sondern auch die Wohnstraßen im Umfeld wieder spürbar entlastet werden.
