
Ratingen | Einsamkeit ist in Ratingen kein Randthema mehr, sie betrifft längst nicht nur ältere Menschen. Auch Jüngere, Alleinerziehende, Menschen mit Migrationsgeschichte sowie Personen in besonderen Lebenssituationen geraten zunehmend in soziale Isolation. CDU und SPD im Rat der Stadt Ratingen wollen deshalb aus vorhandenen Konzepten jetzt konkrete, finanzierbare Projekte machen und beantragen eigene Haushaltsmittel für eine städtische Strategie gegen Einsamkeit.
Kern des gemeinsamen Antrags ist ein klarer Budgetvorschlag: Für die Haushaltsjahre 2026 und 2027 sollen jeweils 50.000 Euro eingestellt werden. Das Geld wird jedoch nicht automatisch ausgegeben. Vorgesehen ist ein Sperrvermerk, die Freigabe soll erst erfolgen, wenn die Maßnahmen aus dem „Runden Tisch gegen Einsamkeit“ und der städtischen Strategie weiter konkretisiert sind. Über die Freigabe entscheidet der Sozialausschuss.
„Wir haben in Ratingen erkannt, dass Einsamkeit eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung ist. Jetzt geht es darum, aus guten Konzepten auch konkrete Projekte entstehen zu lassen“, erklärt CDU-Fraktionschef Stefan Heins. SPD-Fraktionsvorsitzender Christian Wiglow betont die Folgewirkungen: Einsamkeit könne krank machen und belaste langfristig auch kommunale Strukturen. Prävention, Begegnungsangebote und niedrigschwellige Hilfen seien deshalb Investitionen in den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Beide Fraktionen verstehen ihr Vorgehen ausdrücklich als Signal über Parteigrenzen hinweg. Einsamkeit eigne sich nicht für parteipolitische Profilierung, sondern verlange ein gemeinsames Handeln. Der Antrag soll dafür sorgen, dass gute Ideen nicht in der Konzeptphase stecken bleiben, sondern in Ratingen sichtbar werden, dort, wo sie gebraucht werden: in Quartieren, Vereinen, Treffpunkten und bei Angeboten, die Menschen wieder unkompliziert zusammenbringen.
