Ratingen | Die Bürger-Union Ratingen schiebt derzeit gleich mehrere kommunalpolitische Themen nach vorn, die viele Menschen im Alltag unmittelbar betreffen. Das zeigt sich besonders an zwei neuen Vorstößen der Fraktion. In der Kirchgasse drängt die BU auf die endlich konkrete Umsetzung eines seit Jahren diskutierten Mülltonnen-Abstellplatzes. Nach Darstellung der Fraktion besteht dort weiterhin eine unbefriedigende Situation mit Einschränkungen für Fußgänger, optischen Beeinträchtigungen und ordnungsrechtlichen Fragen. Die Verwaltung soll nun den Sachstand offenlegen, den weiteren Zeitplan benennen und prüfen, welche Anpassungen nötig sind, damit aus einem alten Beschluss endlich eine dauerhafte Lösung wird. Grundlage dafür ist, dass die bislang anderweitig genutzte Fläche nach jetzigem Stand im Laufe des Jahres 2026 wieder frei werden könnte.
Auch beim S-Bahnhof Ratingen-Ost erhöht die BU den Druck. Dort fordert sie einen aktuellen Bericht zum dynamischen Fahrgastinformationssystem. Hintergrund ist ein bereits am 11. Februar 2020 einstimmig beschlossener Prüfauftrag, zu dem es nach Darstellung der Fraktion bis heute keine greifbaren Ergebnisse gibt. Gerade weil Hösel und der Düsseldorfer Platz längst entsprechende Systeme haben, hält die BU die ausbleibende Entwicklung am wichtigsten ÖPNV-Knoten der Stadt für nicht mehr vermittelbar.
Die beiden Anträge stehen nicht isoliert. In den vergangenen Wochen hat die Bürger-Union eine ganze Reihe weiterer Themen gesetzt. So fordert sie für Homberg-Süd die Prüfung eines Mini-Supermarktes, um nach dem Wegfall des früheren Angebots wieder eine wohnortnahe Grundversorgung zu schaffen. Diskutiert werden dabei moderne Kleinstformate ohne klassisches Verkaufspersonal.
In Ratingen-West verlangt die BU zugleich eine breitere Prüfung alternativer Standorte für eine zusätzliche Grundschule. Die von der Verwaltung favorisierte Fläche an der sogenannten „8“ hält die Fraktion wegen Verkehrsproblemen, hoher Verdichtung, Eingriffen in Freiflächen und möglicher klimatischer Folgen für problematisch. Stattdessen sollen mehrere andere städtische Flächen vergleichend untersucht werden.
Dazu kommen Vorstöße mit stark lokalem Zuschnitt: eine Querungshilfe an der Homberger Straße, mehr Klarheit zur Betreuungssituation in städtischen Kitas, bedarfsgerechtere Leerungsintervalle für neue Papierkörbe in der Innenstadt, schnellere Entfernung antisemitischer Schmierereien sowie ein konsequenteres Vorgehen gegen Probleme auf dem Berliner Platz.
Unterm Strich verfolgt die Bürger-Union damit derzeit vor allem eine Strategie der sichtbaren, konkreten Einzelfälle. Große Leitdebatten spielen zwar mit hinein, im Mittelpunkt stehen aber Probleme, die nach Auffassung der Fraktion vor Ort längst hätten gelöst oder zumindest transparenter bearbeitet werden müssen.

