Ratingen | Die Lage auf dem Arbeitsmarkt in Ratingen bleibt angespannt, und aus Sicht des DGB ist eine Entspannung derzeit nicht in Sicht. Bei einem Besuch des Ratinger Gesprächskreises des Deutschen Gewerkschaftsbundes beim Treffpunkt „Nebenan“ der SkF Arbeit und Integration Ratingen gGmbH wurde deutlich, dass sich die Sorgen nicht nur auf die aktuelle Zahl der Arbeitslosen richten, sondern vor allem auf die weitere Entwicklung. Denn während die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen im Februar mit 3498 und einer Quote von 7,3 Prozent nur leicht angestiegen ist, zeichnet sich nach Einschätzung des DGB bereits ab, dass es für viele Betroffene künftig noch schwieriger werden dürfte, wieder schnell in Arbeit zu kommen. Zugleich gibt es offenbar weniger freie Stellen.
Genau darin liegt der eigentliche Warnhinweis. Nicht der kurzfristige Ausschlag der Statistik steht im Vordergrund, sondern die spürbare Eintrübung der Perspektive. Wenn weniger Menschen rasch eine neue Beschäftigung finden und zugleich die Zahl offener Stellen sinkt, wächst das Risiko, dass sich Arbeitslosigkeit verfestigt. Besonders problematisch ist das in einer Stadt wie Ratingen auch deshalb, weil nach Angaben des DGB rund 40 Prozent der Arbeitslosen langzeitarbeitslos sind. Hinzu kommt, dass viele von ihnen über keine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen. Auch der Anteil älterer Arbeitsloser und arbeitsloser ausländischer Mitbürger ist laut DGB hoch.
Für den DGB Ratingen ist deshalb klar, dass die derzeitigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Anlass zu ernster Sorge geben. Sprecherin Viola Denecke formuliert es deutlich: „Die Arbeitslosigkeit verharrt auf hohem Niveau. Entspannung ist angesichts der gesamtwirtschaftlichen Lage nicht in Sicht.“ Genau diese Einschätzung macht deutlich, worum es geht: Nicht nur einzelne Menschen geraten unter Druck, sondern die gesamte soziale Balance vor Ort, wenn sich Arbeitsmarktprobleme verschärfen und aus kurzfristigen Phasen ohne Job längere Wege zurück in Beschäftigung werden.
Der Besuch beim Treffpunkt „Nebenan“ zeigt dabei auch, welche Rolle soziale Einrichtungen in dieser Situation spielen. Das Beratungs- und Unterstützungsangebot für arbeitslos gewordene Menschen und Menschen auf der Suche nach einem Einstieg in den Arbeitsmarkt besteht bei der SkF bereits seit mehr als 20 Jahren. Gerade in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten gewinnen solche Angebote weiter an Bedeutung, weil sie helfen, Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren und ihnen neue Perspektiven zu eröffnen.
DGB Ratingen und SkF Arbeit und Integration Ratingen gGmbH fordern deshalb einen starken Sozialstaat, verlässliche Projekte zur Arbeitsmarktintegration und eine stabile Finanzierung durch Bund und Kommune. Aus ihrer Sicht reicht es nicht, auf bessere Zeiten zu hoffen. Vielmehr müssten Qualifizierung, Beratung und Beschäftigungsprojekte ausgeweitet werden. Auch die Unternehmen sieht der DGB stärker in der Verantwortung.
Unterm Strich ist eines Klar: Die Arbeitsmarktlage in Ratingen ist nicht nur angespannt, sie könnte sich in den kommenden Monaten weiter verschlechtern. Umso wichtiger ist es nach Auffassung der Beteiligten, jetzt gegenzusteuern, bevor aus schwierigen Zahlen dauerhafte soziale Probleme werden.

