Mettmann. Einen medizinischen Rekord und zugleich eine außergewöhnliche chirurgische Leistung konnte Roman Bolotin, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, direkt nach Ostern verzeichnen: Ihm gelang die minimal-invasive Entfernung einer extrem vergrößerten Gebärmutter mit einem außergewöhnlich großen Myom – und das ohne Bauchschnitt. Das berichtet das Evangelische Krankenhaus Mettmann
„Die Patientin war über 50 Jahre alt, der Bauch war mittlerweile wie bei einer Hochschwangeren geformt. Ursache dafür war ein Myom – eine gutartige Geschwulst am Gebärmuttermuskel, die ein Gewicht von 3.650 Gramm erreicht hatte. Dieser gutartige Tumor ist tatsächlich das größte Myom, das ich als Operateur je gesehen habe“, sagt Chefarzt Bolotin.
Wie die Klinik berichtet, war der Befund eines Myoms zum Zeitpunkt der Operation bereits seit fast drei Jahren bekannt, die Patientin entschied sich jedoch erst mit steigendem Leidensdruck – wie dauerhaft anhaltendem Druck auf Harnblase und Darm – für einen operativen Eingriff.
Myome sind in der Regel um ein Vielfaches kleiner; selbst größere Tumoren dieser Art wiegen in Ausnahmefällen etwa 1.000 Gramm. Umso beeindruckender ist die Tatsache, dass der nahezu kreisrunde Tumor minimalinvasiv entfernt werden konnte.
„Ich konnte die Gebärmutter mittels laparoskopischer Technik von Bändern und Gefäßen trennen und sie nach einer dreistündigen Operationszeit durch einen kleinen Schnitt in der Bikinizone bergen. Das ist auch gelungen, weil der Tumor in seiner Struktur etwas elastisch ist und sich begrenzt verformen lässt“, erklärt Roman Bolotin.
Chirurgisch einfacher wäre zwar die Operationsmethode mittels Bauchschnitt gewesen, doch vor dem Hintergrund, dass eine 40 Zentimeter lange Narbe deutlich mehr postoperative Nachteile und ein höheres Risiko für Komplikationen mit sich bringt, entschied sich der Operateur anders.
Abschließend informiert die Klinik: “Grundsätzlich sollten Myome zeitnah nach der Diagnose entfernt werden, denn das zunehmende Wachstum der gutartigen Tumoren erhöht auch die Risiken während und nach einer Operation.”


