
Ratingen. Sieben Wochen lang hatten Gründer und Gründungsinteressierte in der Region Rhein-Ruhr die Möglichkeit sich für den Innovationsförderpreis Ratingen zu bewerben. Als Anreiz winkten Preisgelder in Höhe von insgesamt 20.000 Euro. Nun ist entschieden, welche zehn Teams in der finalen Mentoring-Phase ihre Geschäftsideen weiterentwickeln dürfen.
Aus knapp 90 Bewerbungen musste die Jury des Living Room Ratingen die kreativsten Köpfe des Wettbewerbes auswählen. Im Rahmen des großen Kick-Off-Events, am 15. April, erfolgte daraufhin die offizielle Vorstellung derjenigen Teams, die den Einzug in die finale Runde feiern duften. Die Ideenvielfalt der jungen Gründerszene konnte sich dabei blicken lassen. Als besonders beeindruckend zeichnete sich das Projekt des Finalisten Daniel Liebelt ab: Sein Gründungskonzept basiert auf der KI-Software „Blur Box“, welche die automatische Anonymisierung von Gesichtern und Kennzeichen in Videomaterial ermöglichen soll. Was in der TV-Postproduktion bisher Tage dauerte, soll in Minuten erledigt werden.
Ebenfalls großes Potenzial zeigte die Gründungsidee Robin Venclovas: Er entwickelt derzeit ein Vibrationsgerät gegen das Restless-Legs-Syndrom, von dem rund 10 Prozent der deutschen Bevölkerung betroffen sind. Das Gerät wird abends unter die Beine gelegt und erzeugt daraufhin gezielte Gegenstimulationen mit dem Effekt der Symptomlinderung. Auch das neue Konzept des Gründers Diego Righi sollte man in der Runde der Finalisten auf dem Schirm haben: Diego baut derzeit eine Agentur aus Ratingen heraus auf, welche sich auf die Vermittlung junger deutscher Fußballer an US-amerikanische Colleges mit Stipendium spezialisiert. Als besonders alltagstauglich erweist sich hingegen das Projekt des Finalisten Roderich Körner-Rehn. Er arbeitet an dem Konzept maßgefertiger Einlagesohlen in orthopädischer Qualität, bestellt per Smartphone von zu Hause. Drei Fotos vom Fuß sollen der entsprechenden künstlichen Intelligenz genügen, um den Fuß zu modellieren und den 3D-Druck der Sohle zu ermöglichen.
Nun ist der Startschuss für die Mentoring Phase gefalle. Bis zum dritten Juli werden die zehn ausgewählten Teams individuell von Experten aus den Bereichen Wirtschaft und Gründung an die Hand genommen, um aus einer erfolgversprechenden ersten Idee ein zukunftsfähiges Startup zu formen. Am 3.Juli heißt es für die Teams dann: Abliefern! Denn im Anschluss an das Mentoring-Programm erfolgt am großen Pitch-Day das Präsentieren der finalisierten Geschäftskonzepte. Am fünften Juli wird der Gewinner oder das Gewinnerteam daraufhin auf öffentlicher Bühne im Rahmen der Ratinger 750-Jahre-Feier gekürt.
Mit knapp 90 Bewerbungen zu Beginn des Wettbewerbs wurden die Erwartungen der Veranstalter bei Weitem übertroffen. Auch Bürgermeister Patrick Anders zeigte sich als Schirmherr des Projekts sichtlich erfreut von der positiven Resonanz der Bewerbungsphase und blickt positiv auf den weiteren Verlauf des Wettbewerbs: „Wir wollen zusammenarbeiten und Projekte in Ratingen fliegen lassen“. Auch unter den Sponsoren des Wettbewerbs zeichnete sich eine gewisse Euphorie ab: So verlautete Udo Zimmermann von der Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert: „Ich bin begeistert. Wenn man sieht wie viele mitgemacht haben ist das einfach nur beeindruckend.“
