Als Fachreferentin war Jessica Szkodzinski eingeladen. Foto: Stadt HEI
Als Fachreferentin war Jessica Szkodzinski eingeladen. Foto: Stadt HEI

Heiligenhaus. Das Jugendamt Heiligenhaus hat ein Treffen der der Bereiche Kinderschutz und Frühe Hilfen/Kinderstark in der Aula des Immanuel-Kant-Gymnasiums organisiert. Insgesamt 65 Fachkräfte aus öffentlichen und freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe, Kindertagesstätten, Schulen und Schulsozialarbeit, Polizei sowie dem Gesundheitswesen folgten der Einladung zu diesem Netzwerktreffen.


Die Erste Beigeordnete, Maike Legut, eröffnete die Veranstaltung und betonte die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit. Gemeinsame Netzwerktreffen, so ihre Einschätzung, ermöglichen eine effektivere Nutzung vorhandener Ressourcen und stärken den fachlichen Austausch im Sinne eines wirksamen Kinderschutzes.

Die Netzwerkkoordinatorinnen Nadine Tertel und Gabriele Rautenberg gaben einen Überblick über unterschiedliche Erscheinungsformen digitaler Gewalt und deren zunehmende Relevanz im Alltag von Kindern und Jugendlichen.

Fachreferentin Jessica Szkodzinski beleuchtete in ihrem Vortrag das Phänomen des Cybergroomings als Form sexualisierter Gewalt im digitalen Raum. Sie erläuterte die gezielten Strategien von Tätern und aktuelle Entwicklungen. Laut der Expertin gewinne etwa die Bild- und Videomanipulation durch den Einsatz künstlicher Intelligenz an Bedeutung. Darüber hinaus ging sie auf die Perspektive betroffener Kinder und Jugendlicher ein und stellte zentrale Fragen nach deren Ansprechbarkeit sowie den Gründen für das häufige Schweigen der Betroffenen in den Mittelpunkt.

Szkodzinski stellte außerdem das Präventionsprojekt „STRONG – Stark gegen Online-Gewalt und Cybergrooming“ vor. Ziel des Projekts ist es, Fachkräfte und Eltern für die Herausforderungen digitaler Gewalt zu sensibilisieren und ihnen mehr Handlungssicherheit im Umgang mit entsprechenden Situationen zu vermitteln.

Daran anknüpfend stellten die Netzwerkkoordinatorinnen den anwesenden Fachkräften Handlungsoptionen in konkreten Fällen sowie präventive Projekte für die jeweiligen Arbeitsbereiche vor.

Das Netzwerktreffen machte deutlich, dass bei den Teilnehmenden ein hohes Maß an Engagement und Bereitschaft vorhanden ist, Kinder und Jugendliche über Risiken digitaler Gewalt aufzuklären, sie wirksam zu schützen und ihre Rechte zu stärken.

Neben den fachlichen Impulsen bot die Veranstaltung ausreichend Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zur Vernetzung.