Die Ausflügler aus Langenberg am Ziel: dem Elektromuseum in Recklinghausen. Foto: privat

Velbert. Das Elektromuseum im alten Umspannwerk in Recklingshausen war Ziel des Bürgervereins Langenberg bei einer Kurz-Tour.


Mit dem Zug ging es über Essen nach Herne, von wo aus man mit dem Schnellbus bis kurz vor das Umspannwerk fahren konnte.

Museumsleiter Hanswalter Dobbelmann nahm die Gruppe in Empfang. Ein Umspannwerk besteht aus Transformatoren und Schalteinrichtungen, die Privathaushalte und Firmen mit mit Strom speisen, wie er dort benötigt wird, erfuhren die Langenberger. Meistens werden die Station unter freiem Himmel gebaut, wie etwa an der Windrather Straße in Neviges, sodass man einen Blick darauf werfen kann.

Doch warum wurde das Umspannwerk Recklinghausen in Gebäuden aufgebaut? Die Luft im damaligen Kohlerevier war so schlecht, so sehr mit Kohlestaub versetzt, dass dies zu Problemen bei offenen Schaltanlagen geführt hätte, gab Dobbelmann die etwas überraschende Erklärung.

Mit der Zeit mussten neue Trafos her, die nicht mehr in die Häuser passten. Und so standen waren große Räumlichkeiten plötzlich ohne Nutzung. Gegen den Abriss war vor allem der Denkmalschutz, da die Bauwerke vom selben Architekten stammen und eine ähnlich gute Qualität haben, wie das Weltkulturerbe Zeche Zollverein.

Nicht alles konnte gerettet werden. Was übrig blieb wurde zur Einrichtung eines Museums genutzt, das unter dem Namen „Strom und Leben“ entstand und inzwischen unter dem Titel „Zeitreise Strom“ seine Exponate zeigt. Das Museum sei nicht staatlich oder städtisch geführt, sondern finanziert sich selbst als gGmbH, merkte Musemsleiter Dobbelmann an.

Im Museum erwartet die Gruppe dann die erste Zeitreise in Form eines alten Straßenbahnwaggon, originalgetreu mit Holzbänken und Funzellicht ausgestattet. Die Straßenbahn hat viel zur Verbreitung elektrischer Antriebe, Maschinen und letztlich elektrischer Haushaltsgeräte beigetragen. In Deutschland waren es vor allem die Firmen “Siemens & Halske” und Bosch, die die Elektrifizierung vorangetrieben haben, war an dieser Stelle zu erfahren. Die Ausstellung zeigt darüber hinaus eine große Palette an Maschinen und Geräten, von den Anfängen bis in die Moderne

Die Ausflügler vom Bürgerverein kehrten zur Rast in die nahe Strandbar am Hafen von Recklinghausen ein. Das hatte Organisatorin Evelin Werner vorab geplant. Mit Blick auf den Rhein-Herne-Kanal bei schöner Sonne ließ man es sich bei Kaffee und Kuchen oder reviertypisch bei Bier und Currywurst gut gehen.