Wie die Stadt Ratingen mitteilt, wird das Gelände der damaligen Erlebniswelt derzeit gesichert. Foto: Iljana Strenger
Wie die Stadt Ratingen mitteilt, wird das Gelände der damaligen Erlebniswelt derzeit gesichert. Foto: Iljana Strenger

Ratingen. Am Blauen See in Ratingen scheint nach Jahren des Stillstands erstmals wieder Bewegung auf das Gelände zu kommen. Wo viele Besucher zuletzt vor allem Leerstand, sanierungsbedürftige Wege und zunehmend verfallene Bereiche wahrnahmen, sollen nun erste Schritte zur Aufwertung erfolgen. Geplant sind unter anderem Veränderungen am Eingangsbereich sowie die schrittweise Neugestaltung einzelner Teile des traditionsreichen Freizeitgeländes.


Über Jahre hinweg hatte sich am Blauen See nur sichtbar wenig verändert. Nur die Anzahl der Bauzäune wuchs genauso verlässlich wie Gras, Büsche und Bäume. Was zurückblieb war ein ungepflegtes Gelände ohne klare Perspektive. Viele Besucher fragten sich zunehmend, wie es um die Zukunft des beliebten Ratinger Ausflugsziels steht.

Wie die Stadt Ratingen mitteilt, sollen nun erste Sanierungsmaßnahmen den Anfang für eine umfassendere Entwicklung bilden. Erste Bauarbeiten zur Sicherung des Geländes rund um die ehemalige Erlebniswelt sind bereits im Gange und das Führen eines Zwischenbetriebes zum Sommer hin wird nicht ausgeschlossen. Doch trotz der neuen Pläne bleibt offen, wie schnell und in welchem Umfang das Gelände rund um den Blauen See tatsächlich wieder zu neuem Leben finden kann. Denn auch die Stadt spricht von einem langjährigen Prozess. Für viele Ratinger stellt sich deshalb die Frage, was aus dem Gelände einmal werden soll – und ob es gelingt den besonderen Charakter des Ortes dabei zu bewahren.

Wie eng die Zukunft des gesamten Geländes mit seinen einzelnen Einrichtungen verbunden ist, zeigt sich derzeit besonders am Märchenzoo. Die traditionsreiche Anlage gehört seit vielen Jahrzehnten fest zum Blauen See und steht sinnbildlich für den nostalgischen Charakter des Areals. Zwar erhält der Märchenzoo seit mehreren Jahren Zuschüsse im Rahmen der Kulturförderung, dennoch reichen diese Mittel aufgrund der allgemeinen Lage rund um das Gelände offenbar nicht aus, um die wirtschaftlichen Herausforderungen dauerhaft aufzufangen. Steigende Kosten, hoher Instandhaltungsaufwand und die starke Wetterabhängigkeit belasten den Betrieb zunehmend. Hinzu kommt, dass die Zukunft der Anlage auch altersbedingt offenbleibt.

Trotz aller Unsicherheiten hoffen die Betreiber weiterhin auf eine positive Entwicklung des gesamten Areals. „Wir hoffen, dass das Gelände rund um den Blauen See für die nächsten Generationen wieder seinen Charme zurückerlangt“, heißt es aus dem Umfeld des Märchenzoos.

Ob die nun geplanten Schritte dafür ausreichen werden, dürfte sich allerdings erst in den kommenden Jahren zeigen. Denn die Situation am Blauen See zeigt damit weiterhin den Charakter eines Projekts im Übergang: erste Maßnahmen sind angestoßen, eine klare Gesamtperspektive entwickelt sich jedoch nur langsam. Für Besucher und Betreiber bedeutet das vor allem: Geduld bleibt weiterhin notwendig, bis dem traditionellen Gelände wieder Leben eingehaucht wird.